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Die Begehung Rauschengraben Rheder mit digitaler
Untersuchung und Luftaufnahmen
von Heinrich
Klein Bergheim
Am 17. Mai 2006 wurde eine Begehung einiger Kultstätten bei Kreuzweingarten durchgeführt. Eine radiästhetische Auswertung war wünschenswert geworden, da einige Luftaufnahmen nur geringe Aufschlüsse über verschiedene Standorte zuließen. Ebenso war eine Ringwallanalyse vorgesehen.
Bevor wir zum Hardtberg fuhren, kamen wir bei Rheder an der Flur Rauschengraben vorbei, welcher aufgrund von Luftaufnahmen und Azimutwertberechnungen als möglicher Kalenderstandort in Frage kommt. Darum zu Beginn erst hierüber ein Bericht.
Entdeckung von Kalenderlinien
Für den Rauschengraben Rheder war festgestellt worden, daß es sich offenbar um einen Kultort handelt, der zu Kalenderzwecken diente. Anhand eines Azimutwertberechnungsprogrammes und topografischer Kartenauswertungen fand sich eine Kalenderlinie in einem Gebiet, welches von römischen, keltischen und vorzeitlichen Stätten gut bestückt ist. Hierzu wurde die folgende Karte erstellt, wovon den Rauschengraben nur die rechts abgebildete Linie betrifft.
Von einer topografischen Höhe im Hardtwald Nähe Hubertuskreuz (H) verläuft über den Standort Rauschengraben ® eine Kalenderlinie über Belgica Vicus (V) und den Kaiserstein (KS) zur Kapelle Billig (P). Die Erklärung der anderen Linien geschieht andernorts.

Abb.
1
a) L 1 Standort zur
Sonnenaufgangsbetrachtung über dem Ringwall am 1. November
(Allerheiligen, Allerseelen, Samhain, Halloween)
b) L 11
Standort zur Sonnenaufgangsbetrachtung über dem Ringwall am 11.
November (Martinstag, Volkstrauertag, Nebelmond)
c) WSW
Standort zur Sonnenaufgangsbetrachtung über dem Ringwall am 22.
Dezember (Mittwinter, [21.]Jul, Weihnachten)
d) K Standort
Katzenheck (aktiv und passiv liegen eng beieinander) zur Betrachtung
der Mondwenden
e) P Standort Kapelle Billig (liegt etwa
auf gleicher Linie)
f) KS Standort Kaiserstein
g) V
Belgica Vicus
h) R Rauschengraben bei Euskirchen-Rheder
i) G Grabenwerk
j) B Benefiziarierstation
(Heidentempel) am Sportplatz Kreuzweingarten
k) H
Topografische Höhe Hardtwald Kreuzweingarten
(Hubertuskreuznähe)
l) Ringwall Alter Burgberg
Kreuzweingarten
Während der Kalenderanalyse des Wingardener Vorzeitkalenders fiel auf, dass die Kalenderlinie Billig-Lichtenberg Kreuzweingarten-Ringwall eine Parallele bei Rheder hat, die als Kalenderlinie Billig-Kaiserstein Rheder-Rauschengraben verläuft. (Linie P - KS V R H auf voriger Abbildung)

Abb.
2 Kalenderstandorte mit Sonnenwendlinien in Ausrichtung zum
Kaiserstein.
S = Scharrungen.
Zur Auswertung der Sonnenwendbetrachtungen waren vor der Begehung lediglich einige Berechnungen anhand eines Azimutwertberechnungsprogramms vorhanden, die zu einer wesentlich markanteren Stelle am Kaiserstein führten.
Diese Linie wurde als Kaisersteinlinie bzw. Rhederer Kalendernebenlinie bezeichnet. Sie verläuft vom Rauschengraben aus betrachtet bei 309o 42 34 Grad in Richtung NNW und entspricht der Sommersonnenwendbetrachtung (Untergang) vom Rauschengraben aus Richtung Kaiserstein am 21. Juni. gesehen.
Retrograd betrachtet lassen sich vom Standort Kaiserstein bei Billig Sonnenbeobachtungen zur Wintersonnenwende (Aufgang) über dem Standort Rauschengraben durchführen.. Diese Linie verläuft vom Kaiserstein aus betrachtet auf 127o 56 27 am 21. Dezember. Somit ergaben die ersten Auswertungen, dass 2 Standorte Rauschengraben vorhanden gewesen sein mussten.


Abb
3 und 4 - Luftaufnahme 50er Jahre mit Einzeichnung der Kultorte

Abb.
5 Luftaufnahme vom 3. April 2005 - 16.27 Uhr (oben =
Nord)

Abb.
6 Luftaufnahme vom 10. Mai 2005 12.15 Uhr

Abb.
7 Luftaufnahme vom 10. Mai 2005 12.29 Uhr (oben
= West)

Abb.
8 Luftaufnahme 1945 Rauschengraben mit Scheune und
alten Wegen (u. Flak) - (oben = Nord)

Abb.
9 - Die radiästhetischen Auswertungen führten zu einigen
interessanten Betrachtungen. Die beiden angenommenen
Kalenderstandorte wurden bestätigt (Punkt 1 und 2 der Karte).
Hinzu kam ein weiterer von Herrn Bongart festgestellter dritter
Standort (3), der weitere Attribute aufwies. Er steht im Zusammenhang
mit einer Mondwendenbetrachtung, die von einem Standort in der Nähe
des Kreuzweingartener Sportplatzes durchgeführt werden kann.

Abb.
10 Bei 42 Grad liegt eine Betrachtungslinie zur Mondwende vom
Standort am Sportplatz Richtung Rauschengraben
Der Standort am TP 242,3 in der Nähe des Kreuzweingartener Sportplatz ist für eine Mondaufgangsbetrachtung geeignet. Diese findet beginnend am 12.1.2006 etwa alle 28 Tage statt. Eine weitere Untersuchung dieser Kalenderlinie ist hier an dieser Stelle nicht vorgesehen.
An Stelle der abgebildeten Scheune S befindet sich 2006 eine Scharrung. Diese ist auch am Punkte Sch ersichtlich. Ende der 50er Jahre wurde an bezeichneter Stelle das Martinsfeuer abgebrannt.
Unmittelbar im Bereich der drei Kultorte verlief der Römerkanal entlang etwa der Höhenlinie 215 m.

Abb.
11 Verlauf des Römerkanals nach K. Grewe, Ausschnitt
Der genaue Verlauf steht nur im rot markierten Bereich fest. Das
Gefälle erstreckt sich in diesem Bereich etwa auf den
Höhenlinien zwischen 217 und 213 müNN.
Die radiästhetischen Betrachtungen wurden von Herrn Bongart Eschweiler durchgeführt. Seine Ausführungen befinden sich andernorts.
Auf der folgenden Abbildung sieht man die dunkelgrüne Einfärbung des jungen Getreides. Hier etwa im Radius von etwa 7 Metern wurde ein Kalenderstandort lokalisiert. Im Hintergrund liegt die Billiger Kirche. Sie ist ungefähr die Visierrichtung für den Sonnenuntergang, der am 21. Juni um etwa 21.46 Uhr stattfindet.

Abb.
12 Kalenderstandort Rauschenberg Im Hintergrund rechts
die Billiger Kirche.

Abb.
13 Untersuchungen am Rauschengraben Ferdinand Bongart
am 17. Mai 2006 10.54 Uhr
Die Standortuntersuchungen am Rauschengraben waren die ersten Untersuchungen, die wir gemeinsam durchführten. Sie waren bereichernd und hochinteressant.
Bergheim, den 25. Mai 2006
Heinrich Klein

Abb.
14 - Ferdinand Bongart 82jährig am Ringwall Kreuzweingarten
17. Mai 2006 13.02 Uhr
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