Die Linie Erkelenz - Hermeskeil
Eine Kultstättenlinie gibt Rätsel auf

Während der Kalenderuntersuchungen wurden zu Übersichtszwecken bekannte Kalenderorte, Kultstätten oder historisch interessante Orte in eine überregionale Karte eingezeichnet. Hierbei ergab sich die Besonderheit daß einige dieser Markierungen auf einer Linie lagen. Dies wäre nichts Besonderes, wenn nicht auch gleichzeitig festgestellt wurde, daß bei einigen der Abstand voneinander gleich war. Dieses führte zu weiteren Untersuchungen und zu einigen Erkenntnissen. Zunächst der Hinweis, dass es für den Bereich der Eifel keine Literatur gibt, wo man sich informieren könnte. Am ehesten kämen Betrachtungen über so genannte Ley-Linien in Frage, die in England entdeckt wurden.



Ausgangspunkt: Rödelsberg im Badewald bei Nideggen

Eifelpfarrer Andreas Pohl aus Blens/Abenden bei Nideggen, der in den 30er bis 50er Jahren den Badewald und seine Umgebung erforschte, war der Meinung, dass es sich bei der Keltenfeste im Badewald um das von Eburonen angelegte Kastellum Aduatuka handele. Bei Sichtung des historischen Materials ergab sich, dass die verbliebenen Grundmauern dieser vorzeitlichen Anlage im Osten, Süden und Westen kreisförmig verlaufen, der nördliche Teil jedoch sich noch 200 m weit auf einer Hügelgruppe bei gleichem Höhenniveau von etwa 350-360 müNN erstreckte. Die historischen Pohl-Berichte wurden vom Heimat- und Geschichtsverein Nideggen 2012 ins Internet gestellt. Die seinerzeit dort durchgeführten Begehungen und vorhandenen sonstigen Aufzeichnungen ergaben, dass in einem zerwühlten Waldstück mehrere ältere Kulturen vertreten waren.


Abb. 1 - Kastellum Aduatuca nach Pohl mit Einzeichnungen (rot = Schutzmauern, Wallgräben, blau = TP Mittelpunkt, hellblau = Maar bzw. Wasserspeicher, violett = Grundmauern von Ecktürmen, hellgrün = Hohlwege, schwarz = Eisenstrasse)

Für die jetzigen Betrachtungen soll der etwa 230 - 240 m Durchmesser grosse innere Kernbereich der Anlage gelten, der dem Längenmaßen des drusianischen Fusses (0,3328 m ) entspricht und somit 700 Fuß beträgt. Dieses Maß war auch im Reiche Karls des Großen und bei den keltogermanischen Tungrern verbreitet. Eine weitere Größe für vorzeitliches Maß ist der megalithischem Yard. Das Rechnungsmaß für 1 m entspricht 0,829 megalitisches Yard, die Anlage auf dem Rödelsberg beträgt 300 Yard Durchmesser.

Der Badewald weist neben frühgermanischen Merkmalen noch weitere Besonderheiten auf, die hier nur kurz beschrieben werden:

Keltischer und römischer Bergbau: Insgesamt etwa 100 kleine Maare oder Pingen mit Durchmessern von etwa 15 bis 30 m finden sich laut Pohl im Bereich des Badewaldes. Den Ursprung der Pingen schliesst auf ehemalige Bergwerkgruben; Pohl spricht auch von kimbrischen Wohngruben und scheint damit nur teilweise Recht zu haben, sofern diese in oder bei Berg vor Nideggen lagen. Vielleicht sind sie etwas größer und tiefer. Untersuchungen gibt es nicht. Der Ursprung der teilweise mit Wasser gefüllten flacheren Maare ist nicht genau geklärt. Man weiss durch unzählige Hufeisenfunde, dass hier zu Römerzeiten Pferde gehalten wurden. Da die Hufeisen sehr klein sind, geht man von römischen Packpferden oder kleineren Pferden der ehemaligen Sugambrer aus, denen von den Römern gestattet wurde, im eburonischen Raum zu plündern. Weiterhin lassen sich einige Maare auch als ehemalige Standorte von Meilern erklären, die durch Mehrfachnutzung der gleichen Brandstätte durch ihre Ascherückstände eine wasserundurchlässige Schicht im Boden hinterliessen.

An den etwa 80 bis 110 m hohen Kämmen des Rurtales befinden sich die bekannten Leyfelsen, in dessen Nähe sich auch Zeugnisse vorgermanischer Zeit finden. Pohl beschreibt die Funde von Napfsteinen und Schalensteinen und ordnet sie einer Kultur vor den Kelten zu. Abschnittsbefestigungen, Felsritzungen und vorzeitliche Wälle künden von verschiedenen Zeiten.


Abb. 2 - Steinfund Mittelberg Abenden mit neuzeitlichen Inschriften

Die erste Wurzel der Weltesche bei Nideggen

Interessant sind die mythologischen Spuren, die die Völker im Quellgebiet des Neffelbaches hinterlassen haben. Wenig bekannt sind in der Literatur Quellheiligtümer der Vorzeit, die allenfalls in irgendwelchen Epen über die germanische Ursprungszeit beschrieben wurden. Auch die Nibelungen sollen ihren Ursprung am Neffelbach haben. Es deuten mehrere Namensgebungen, wie Kerpen, Kempen, Emken, Oberembt, Niederempt und Erp auf eine kimbrische Besiedlung (=Kembern, Kemben, Kempen, Kimbern). Ein Zwergenkönig namens Niff und eine Wurzel der Weltesche nahe Niflheim sollen dieser Gegend entstammen. Keltische Eisensucher suchten ihr Glück, indem sie die Gegend im Badewald besiedelten, nach Oberflächenerz durchsuchten und die Pingen anglegten. Es ist die Rede von einer Metallprovinz, von einem Badua, von einem unbekannten Reich der Matronen.

Nun wäre natürlich interessant, weitere Zusammenhänge um die einstige Weltesche Yggdrasil zu ergründen; denn sollte nun wirklich eine Wurzel hier sich bei Nideggen = Nifelheim? Befinden?. Wo wäre dann die nächste Wurzel? Dort soll am Fuße von Yggdrasil sich auch der URD-Brunnen befinden, wo die drei Nornen wohnen; Urd, Verdandi und Skuld. Befindet sich womöglich eine weitere der drei Wurzeln der Weltesche hier in der Nähe?

Die zweite Wurzel der Weltesche bei Urft

Urd ist die Hüterin der Weltesche. Der Name Urd ist historischer Bestandteil des Ortes Urft, dessen Wurzeln vorkeltisch sind. (Mooren Ed. K. I, 352. Nach Cramer RhON., S. 145). Bei Nikolaus Reinartz, Orts- und Flurnamenkunde vom südwestlichen Bleiberg, ist der Name Urdefa 973 erwähnt. Hier führte einst der pons Wismanni, eine Brücke aus der Zeit des Grafen Wichmanni aus Heimbach. Urft war ebenso, wie die Stätten im Badewald einst blühender Standort für die Eisengewinnung.

Betrachtet man das Wort Urdefa unter mythologischen Gesichtspunkten, so lassen sich ganz andere Schlüsse über die Bedeutung ziehen. Der Gallorömische Tempelbezirk Gerolstein-Pelm war einst einer Göttin Caiva gewidmet. Wie bei vielen vorzeitlich überlieferten Namen läßt sich Va oder Fa als Frau oder Fee interpretieren. Setzt man für Urdefa den Namen der Norne Urd oder den germanischen Namen Wurda(+fa), so bedeutet dies Wortfee bzw. Wort der Fee. Im genannten Fall der Göttin Caiva liesse sich rückschliessend eine Göttin Cai oder Cal (Rede, Gespräch) Va, also eine Rede-Göttin interpretieren. Also die Fee, die spricht. Ähnliche Botschaft überbringende Frauen sind aus der Bretagne und Südwestengland in Artussage oder der Überlieferung bekannt.

Eine andere Interpretation für Urft ist das Wort Urdapa; erwähnt bei Hans Peter Schiffer, Das Urfttal in der Eifel. Hier wird apa (kelt. und germ.) für Wasser gedeutet. Anzunehmen wäre hier auch germ. wurdi für Schicksal, Bestimmung, Geschick, Vorsehung. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass der Ausgangspunkt der römischen Wasserleitung von der Eifel nach Köln in einer Quelle bei Urft liegt.

Eine dritte Wurzel der Weltesche?

Schön wäre es ja gewesen, endlich das Geheimnis der Weltesche zu kennen, aber so sehr man sich bemüht, eine dritte Wurzel der Weltesche lässt sich scheinbar nicht finden. Statt dessen aber eine Frage auf eine Erkenntnis, warum viele historisch bedeutsame auf der gleichen Tangente liegende Orte in etwa den gleichen Abstand haben? Interessanterweise liegen diese Orte jeweils etwa 16,6 km auseinander. Eine erste Messung ergab folgende Abstände. 16,666 km - 16,668 km - 16,514 km - 16,179 km - 16,718 km - 16,665 km - 16,557. Durchschnittlich sind dies 16.570 m. Die Betrachtung der Kultstättenlinie Niflheim (Badewald bei Nideggen) - Urd (Urft) ist also alles andere als nur eine mythologische. Hier ist pure Vorzeitmathematik am Werk.

Gleichzeitig erfuhren die Betrachtungen eine Bestätigung, dass bei der Wahl des oben erwähnten drusischen und karolingischen Fusses von 0,3328 cm scheinbar das richtige Mass genommen wurde, welches einem Abstand der einzelnen Kultstätten von 50.000 Fuß (16.540 m) entspricht. Eine mathematisch verblüffende Zahl, die im Zusammenhang mit weiteren Kultstättenbetrachtungen Aufmerksamkeit verdient; denn die Abstände der meisten hier auf der Linie Erkelenz - Hermeskeil liegenden Punkte sind fast alle bei 50.000 Fuß.

Die Linienabschnitte der Strecke Erkelenz - Hermeskeil

Die Linie Erkelenz - Hermeskeil wurde wie oben geschildert also nicht an ihren beiden Enden entdeckt. Ausgehend vom Ausgangspunkt Badewald am Pohlsches Aduatuka Eburonum findet sich nach Süden der Abschnitt nach Urft, Höhe 436,1 Schmitzberg, Sonnenweg, in einer Entfernung von16,666 km, dem sich auf gleicher Tangente die Linie nach Alendorf, Ortsmitte, Wendelinusplatz (St. Agatha Kirche), Entfernung von Urft 16,668 km anschließt. Eine Verlängerung der Linie nach beiden Seiten auf der Tangente 164,25 Grad <=> 344,25 Grad ergibt 11 miteinander verknüpfte Orte, alle im Abstand von 16,1 bis 16,7 km.



Abb. 3 - Hermeslinie
oder Herkuleslinie?

Die ermittelten Punkte in Nordrhein-Westfalen liegen überwiegend im Zentrum der 6 Orte und sind meist an Kirchen oder Kapellen angesiedelt. Im Bereich von Rheinland-Pfalz sind es 3 Hügel in der Nähe der Orte Pelm, Dreis und Leiwen, ein Ort an einem Maar und schließlich wiederum eine Kirche im Zentrum von Hermeskeil. Hermeskeil wurde deswegen in die Betrachtungen mit aufgenommen, da sowohl der Name Erkelenz (Herkules) als auch der Name Hermeskeil (Hermes) mit der griechischen Sage in Verbindung stehen und sich die 9 Orte miteinander auf einer Linie verknüpfen lassen.

Der Bezug zur griechischen Sage wird durch den Fund einer Herkules-Statue mit Keule im Tempelbezirk bei Pelm untermauert. Schließlich läßt sich die Linie als eine Herkules- bzw. Hermeslinie interpretieren. Ein ähnlicher Zusammenhang zur griechischen Sage findet sich am Herkelstein bei Weyer, wo einst der Riese Kakus gegen Herkules gekämpft haben soll. Wie diese Namen in die Eifel gekommen sind, welche Gründe sich dahinter verbergen, mag die Fantasie eines jeden einzelnen beflügeln, es sind auf jeden Fall römische Ursprünge.

Jeder der Orte weist seine Besonderheit auf und steht für eine vorzeitliche oder geschichtliche Stätte. Der Holzbrunnen von Kückhoven bei Erkelenz ist mehr als 7000 Jahre alt, Erkelenz selbst weist Funde der Frühgermanen aus der Zeit von 300 n. Chr. auf. Neu-Steinstraß entstand als Umsiedlungsort des alten Ortes Steinstraß ab 1980. Die Urbarmachung des Jülicher Erbwaldes lag um 1817. Gürzenich wird ab dem 11. Jahrhundert erwähnt. Der Badewald war zur Kelten- und Römerzeit bereits von Eisensuchern besiedelt, die Funde aus den Zeiten des Steinkults dürften aus einer Zeit stammen, die mehr als 3000 Jahre zurückliegt. Die Geschichte von Urft ist wahrscheinlich ebenso älter, als dies die geschichtlichen Aufzeichnungen ergeben. Mit Sicherheit wurde zur Römerzeit hier Eisen geschmolzen.

In die Jungsteinzeit zurückgesetzt fühlt man sich in Alendorf, betrachtet man die umliegenden mit Wacholder bestandenen Hügel und die Schafherden, die im Lampertstal grasen. Im 12. Jahrhundert wurde Altendorf erstmals erwähnt. In Pelm gibt es einen Römertempel aus der Zeit um 124 n. Chr. Und schließlich steht Hermeskeil als keltischer und römischer Ort im Interesse weiterer Auswertungen. Der Namensteil -keil, der sich auf Kall zurückführen lässt, zeugt ebenfalls von sehr früher Zeit.



Erkelenz

Wer sich mit der Geschichte dieses Ortes befasst, erfährt, dass es sich um einen gallorömischen Ort namens Herculentiacum handelt. Man geht von einem Gut des Herculentius aus. Andere Meinungen führen die Silbe –lenz auf Linde zurück und meinen, es handelt sich um einen althochdeutschen Ursprung (wikipedia.de 11.10.2014). Wie sich aus den späteren Kultstättenanalysen ergeben wird, taucht der Name Herkules oder Hermes öfter im Rheinland und der Eifel auf.

Im Mittelpunkt von Erkelenz liegt die kath. Pfarrkirche St. Lambertus. Lambertus war Bischof von Maastricht und starb als Martyrer im Jahre 705. Lambert oder Lamprecht bedeutet „der glänzende Landbesitzer bzw. der im Land strahlende“ und soll sich aus den Silben „land“ (Heimat, Eigen -[land/t]) und beraht = (strahlend, glänzend, stolz) zusammensetzen. (wikipedia.de 11.10.2014). Auch der Name Lambert oder Lampert wird noch im Laufe der weiteren Ausführungen im Zusammenhang mit dem Lampertstal bei Alendorf (6. Ort) auftauchen. Ein Hinweis auf einen Lichtengel der Kelten wäre gegeben, wird jedoch bei Heimtforschern und Kirchenkennern nicht anerkannt.


Abb. 4 - Maria als Mondsichel-Madonna in Mandorla Form

Sowohl zur Schiffseite als auch zur Chorseite hin befindet sich Maria strahlenumkränzt angebracht auf einem siebenarmigen Leuchter. Der Leuchter mit Figur nimmt in der im schichten Stil gehaltenen Kirche einen bedeutsamen Platz ein.

Mehrere Straßen auf den Haupttangenten vom Zentrum Erkelenz ins weitere Umland wurden kaltendertechnisch untersucht. Auf SSW-Ausrichtung verläuft die Brückstraße in ihrem Abschnitt bis zur Promenade. Der Zehnthofweg verläuft auf der WSW. Beide Linien treffen sich im gedachten Zentrum Ecke Aachener Straße / Kirchstraße. Ebenfalls auf einer SSW verläuft die nach Südosten auswärts führende Kölner Strasse bei einer leichten Abweichung von etwa 1,5 Grad, die sich auf die Erdachsenverschiebung zurück führen lässt.


Abb. 5 - Linienbetrachtung Ausgangspunkt (1) Erkelenz St. Lambertus und Ausgangspunkt (2) Ecke Wilhelmstraße / Kölner Straße.

Von Erkelenz aus wurden zwei Linien untersucht, die 2 verschiedene Ausgangspunkte haben und beide im Rahmen der Definitionen untersucht wurden. Sie liegen 540 m auseinander und führen zu zwei Punkten in Lich-Steinstraß, einem Ortsteil der Stadt Jülich.


Abb. 6 - St. Lambertus - Fotos Erkelenz vom 7.9.2014


Lich - Steinstraß



Abb. 7 - Überregionale Linie durch Lich Steinstraß

Die von Erkelenz nach Hermeskeil verlaufende Linie verläuft über ein kleines naturbelassenes Wäldchen östlich von Lich-Steinstraß, welches als Teil einer ehemaligen Parkanlage eines Gutshofes angelegt wurde. In der Einzeichnung erkennt man mehrere Waldwege, die zu einem kleinen Weiher führen. Das großzügig angelegte Haus Mariawald existiert nicht mehr. Aus einer privaten Sammlung existieren noch einige Fotos und Postkarten aus der Zeit von 1896-1920.


Abb. 8 - Der Weiher um 1896. Über eine kleine Brücke gelangte man zu einer Insel im kreisförmig angelegten Weiher. Heute findet man noch Reste der Brückenköpfe und geht über eine Erdbrücke zum Mittelpunkt des Weihers.

Das Wäldchen mit seinem Weiher bildet mittlerweile ein Naturparadies. Hier wachsen Pflanzenarten, die es woanders nicht mehr gibt und es gibt auch eine interessante Tierwelt, wie der Gesang von Vögel und das zahlreiche Vorhandensein von Insekten ankündeten.



Abb. 9. - Selte Pflanzen haben sich am heutigen Restweiher angesiedelt - Foto: 12.10.2014


Abb. 10 - Zum Anwesen des Gutes Mariawald gehörte einst ein eigener Park


Abb. 11 - Gut Mariawald in der Neuaufnahme von 1891-1912. In der Mitte links neben der Straße sieht man den Park mit Weiher eingezeichnet.


Abb. 12 - Postkartenansicht - Privatsammlung


Abb. 13 - Parkansicht von der Terrasse aus gesehen (1896) - Alle historischen Bilder entstammen einer privaten Sammlung

In der Uraufnahme von 1836-1850 sind Weiher (roter Pfeil) und Gut Mariawald als eins von 3 Anwesen im Umkreis von 1,5 km gut zu erkennen. Die Merscher Höhen waren als Fortifikation ausgebaut und gehörten mit zur Jülicher Festungsanlage. Den heutigen Ort Lich-Steinstraß (Standort blauer Kreis) hat es seinerzeit noch nicht gegeben.


Abb. 14 - TP108,5 der Merscher Höhen zwischen Gut Mariawald und Schanzenanlagen; heute der Aussiedelort Lich-Steinstraß.


Abb. 15 - In Ortsmitte von Lich-Steinstraß befindet sich die Andreaskirche mit Matthiaskapelle

Bei Lich-Steinstraß handelt es sich um einen Aussiedelort der 80er Jahre, der aufgrund des Tagebaus der Braunkohlenindustrie für den alten Ort, der einige Kilometer östlich Richtung Elsdorf lag, neu angelegt wurde. Der gesamte Ort liegt auf einem bis zu 13 m flachen Hügel, der die östliche, südliche und westliche Umgebung überragt. Solche kleinen Erhebungen hatten in der Vergangenheit oftmals auch für die Kalenderbetrachtung eine Bedeutung. Von markanten Stellen aus konnte man Sonnenaufgänge über geeigneten Höhen der Umgebung oder ebenfalls markanten Stellen wie Bäume, Menhire oder Kuppen beobachten.


Gürzenich



Abb. 16 - Zwei Kultstättenlinien durchqueren den historischen Ort an der Kirche und der Brücke an einer Straßenkreuzung und treffen wie bei Erkelenz auf den Kreuzpunkt zweier Straßen, die auf die Winter- und Sommersonnenwende ausgerichtet sind.


Abb. 17 - Der Gürzenicher Bach kreuzt an der Brücke in der Nähe der Pfarrkirche den Schnittpunkt von Derichsweilerstraße und Schillingsstraße. Der südliche Verlauf des Baches kennzeichnet eine Mondwende.


Abb. 18 - St. Johannes in Gürzenich


Der Ort Gürzenich geht auf den Namen Curtiniacum zurück, welches so viel Heim des Curtinus bedeutet. Eine schriftliche Erwähnung von Curtiacum findet sich im Jahre 1143. Geht man auf den keltogermanischen Ursprung Curtiniacum zurück, so läßt sich die Gründung von Gürzenich auf etwa 300 v. Chr. ansetzen (Quelle: wiki.de).

Der Verfasser ist wie viele Heimatforscher der Meinung, dass diese Namensgebungen, wie sie im Rheinland gerne als ... Heim des ...tius bezeichnet wurden, als sehr fehlerhaft anzusehen sind. Als Siedlung durch einen Germanenstamm, welcher in Jurten lebte, scheint hier ebenso (un)wahrscheinlich. Aus Jurte wurde Jurtenich, Jürtenich, Jürzenich, schließlich Gürzenich. Demzufolge könnte Gürzenich als eine Siedlung eines nomadisierenden germanischen Stammes, der in Jurten wohnte, angesehen werden.

Andere Interpretationen wie Kurt sind auch nur vage; isländisch heisst Jurt = Kraut. Also Gürzenich ein anderer keltoromanischer Name für Krauthausen bzw. Krautheim? Wir wissen es nicht. Im Zusammenhang mit obiger URD-Interpretation findet sich in Gürzenich vielleicht ein weiterer gesuchter URD-Ort. (Neben Urft und Nideggen)




Abb. 19 - Eine Jurte - Namensursprung für Gürzenich?



Badewald


Wie bereits oben zu Beginn angeführt, geht eine 16,2 km lange Linie von Gürzenich-Mitte zum Matronentempel im Badewald, von der Kirche Gürzenich zum Kastellum Aduatuca sind es 15,9 km. Bei einer Verlängerung der Linie vom Kastellum Aduatuca zum Ivenhof, käme man auf 16,6 km. Von hier aus wiederum würde man sinnvollerweise den nächsten Punkt Urft etwa dort anpeilen, wo heute ein Sender steht und örtliche Heimatforscher einen Ringwall vermuten. Diese Überlegungen haben dazu geführt, die ursprünglich als einzelne Linie verfolgte Tangente von Erkelenz nach Hermeskeil auf 2 oder mehr parallel verlaufenden Linien auszudehnen.

Die Ausführungen zu einer vorzeitlichen Kalenderanalyse im Badewald befinden sich andernorts.


Urft

In Urft ergeben sich 3 relevante Punkte für die Kultstättenermittlung. Dies sind die ehemalige Stolzenburg, Höhe 436,9 oberhalb des Sonnenweges und der oberhalb von Urft gelegene Hügel „Am Nonnenbusch“

Nicht also der Ortsmittelpunkt von Steinfeld, die ehemalige Burg Stolzenburg oder das benachbarte Kloster Steinfeld bilden die gesuchte Kultstätte, sondern ein von Heimatforschern vermuteter unerforschter Ringwall oberhalb von Urft gelegen in der Flur „Am Nonnenbusch“ erfüllt die Strecke von 16,6 km. Hier streiten sich letztlich die Geister; 3 URD-Orte; davon 2 auf Ringwällen bzw. vorzeitlichen Kreisen gelegen im Abstand von 16,6 km klingt unwahrscheinlich, würde jedoch eine vorläufige Interpretation liefern.


Urft - „Am Nonnenbusch“ - vermuteter Ringwall - Screenshot tim-online.de 21.10.2014

Interessant ist eine kalendarische Betrachtung des Ortes, der vom Mittelpunkt des Klosters Steinfeld etwa 1200 Meter entfernt ist. Die Ausrichtung des Verlaufes eines Teils der Hermann-Josef-Straße vom Kloster zum vermuteten Ringwall verläuft auf einer Tangente zu Sophienlinie bei 58 Grad von Südwest nach Nordost.


Abb. - Topografische Karte tim-online.de Screenshot 21.4.2014

In der Relief-Ansicht ergibt sich für das Kloster Steinfeld ein kreisförmiger Grundriss im Durchmesser von 333 m = 1000 Fuss, der Ringwall „Am Nonnenbusch“ hat einen Durchmesser von 167 m = 500 Fuss.
Abb. - Screenshot tim-online.de vom 21. Mai 2013.


Kalendarische Analysen von Steinfeld und Umgebung befinden sich andernorts auf den Seiten von vorzeitkalender.de.


Alendorf



Pelm

Hinweis am 9.1.2017

Dieser Artikel ist noch im Aufbau.
Ich setze die Voreditionen vorübergehend ins Netz.
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Für Anfragen erreichen Sie mich unter hkbergheim |at| gmx.de
H. Klein



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