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Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine vorläufige Edition, die nicht mehr zu Ende geführt wurde. Die Erforschungen am Wingardener Vorzeitkalender brachten laufend neue Erkenntnisse, sodaß die Editionen schon nach 2 Monaten veraltet oder falsch waren.
Aus zeitlichen Gründen bin ich wegen meines Berufslebens und anderer Interessen nicht in der Lage, mich mit der Thematik tiefer auseinanderzusetzen. Ich reihe die gemachten Erkenntnisse, die stark revidiert werden müssen (mußten), hier an. Sie wurden wurden hier an einem Wochenende während eines Urlaubs niedergeschrieben.
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Der
bäuerliche Vorzeitkalender am Eifelrand
War der Keltenring
bei Kreuzweingarten ein Kalenderwerk?
von Heinrich Klein
Inhaltsübersicht:
Teil 1 Die Entdeckung des Vorzeitkalenders
Teil 2 Der Wingardener Vorzeitkalender
Teil 3 Der Wachendorfer Vorzeitkalender
Teil 4 Die Lessenich- /Rißdorfer Kalenderstandorte
Teil 5 Kalenderstandorte am Lichtenberg bei Billig
Teil 6 Die Kalenderlinie von Rheder zum Kaiserstein
Teil 7 Kalenderstandorte am Engelberg bei Kirchheim
Teil 8 Die Iversheimer Kalenderlinie
Teil 9 Vorzeitforschung rund um Wachendorf
Teil 10 Das Gitterliniensystem vom Antweiler Becken
Teil 11 Steinkulte, Vorzeitgottheiten und Matronenkult
Teil 12 Steinkult, Denkmalschutz und Naturschutz heute
Teil 1 - Die Entdeckung des Vorzeitkalenders
Mit dem Rückbau der Bundeswehrstandorte fing es an. Als vor einigen Jahren ein Ausbildungsplatz bei Koblenz von der Bundeswehr aufgegeben wurde, war man erstaunt, wie gut der bis dahin nur in der Literatur bekannte Goloring erhalten war. Es gab in Heimat- und Fachkreisen einige Bemühungen, das in Vergessenheit geratene Vorzeitwerk in Erinnerung zu rufen. Einige Jahre später wußten die meisten Menschen in den umliegenden Gemeinden wieder über den Gologing Bescheid.
Während der Editionen der Keltenseiten wingarden.de für das Internet fiel auf, dass ungefähr die Merkmale vom Goloring auch auf den Ringwall von Kreuzweingarten zutreffen.
a) Sowohl beim Goloring als auch beim Ringwall liegt ungefähr der gleiche Durchmesser vor.
b) Beide liegen sie mit den umgebenden Hügeln auf Höhen um 300 müNN.
c) Beide können von umliegenden Seiten aus eingesehen werden.
d) Beide verfügen über Wallgraben.
e) Beide verfügen über eine relativ ebene Fläche am Kreismittelpunkt.
Unterschiedlich ist der Ausbau als Fortifikation beim Ringwall, und das Vorhandensein von Hügelgräbern am Goloring. Beim Goloring fand sich im Zentrum des Plateaus ein Pfostenloch, das von einem ehemaligen Mittelpfosten herrührte, beim Ringwall sichte man den Mittelpfosten im Zentrum des äußeren Wallgrabens und fand ihn nicht. Dies schließ jedoch nicht die Möglichkeit aus, dass es einst einen Mittelpfosten im Zentrum des inneren Wallgrabens gegeben hat, der ursprünglich kreisförmig war und nur durch den Umbau zu einer Verteidigungsanlage zum Halbkreis wurde.

Rekonstruktion des
Golorings bei Koblenz
(aus Diaserie der Landesbildstelle
Rhld.-Pf. Hier: Ochtendunger Heimatblätter, Heft 2, 39)
Den Goloring sieht man als eisenzeitliches Heiligtum an und setzt ihn mit englischen Henge-Denkmälern und Wallanlagen in Vergleich. In Europa, gab es zahlreiche solcher Anlagen. Meistens handelt es sich um eine Kreisform mit Graben und Wall.
Manche dienten als Reitanlage, kleiner Schutzwall, natürliche Umhegung oder Grab, andere wiederum als Tautümpel, sogenannte Dewponds. Diese hatten den Zweck in einer flachen tellerförmig angelegten Mulde, die mit einer wasserundurchlässigen Lehmschicht versehen war, das Versinken von Regenwasser verhinderten. Sie sollen sogar die Eigenschaft gehabt haben, Luftfeuchtigkeit und Nebel zu binden um somit das Wasser auch in trockenen Zeiten zu halten.
Die Nutzung solcher kleiner kreisförmigen Anlagen war also vielfältig. Auch konnten sie Kultstätten beispielsweise wie am Martinstag, zu Ostern oder in der Mainacht sein. Weiterhin dienten sie auch als Gerichtsstätten oder astronomischer Standort. Sie hatten Durchmesser in unterschiedlichen Größen und konnten wie bei Goloring und Ringwall in Kreuzweingarten 160 und 170 m umfassen.
Vom Goloring ist bekannt, dass man von den benachbarten Hügeln aus Einblick auf das kleine Plateau hatte. An bestimmten Tagen, wie am 17. Mai, also kurz nach Eisheiligen und Sophientag, konnte man von der so genannten Dreitonnenkuppe den Sonnenaufgang über dem Goloring beobachten.

Goloring
mit umliegenden Hügelgräberfeldern mit Einzeichnungen.
Unten links befindet sich die Dreitonnenkuppe. Aus: Führer zu
archäologischen Denkmälern in Deutschland, Bd. 12:
Koblenz und der Kreis Mayen-Koblenz splz. S 58, Abb. 15
Die günstige Lage des Ringwalls bei Kreuzweingarten
Ähnlich also wie der Goloring in der Nähe von Koblenz liegt der Kreuzweingartener Ringwall oder Keltenring ebenso günstig in der Mitte der Umgebungen von Billig, Wachendorf, Iversheim und Kirchheim. Er ist von drei Seiten einsehbar. Der höchste Punkt am Ringwall wird heute von einem topografischen Stein markiert. Früher standen an solchen Stellen markante Bäume, größere Steine oder Mittelpfosten mit etwa 5 Meter hohen und 80 Zentimeter starken Holzstämmen bzw. Pfählen.
Rund um
den Ringwall bei Kreuzweingarten liegen die Hauptkalenderstandorte.
Diese können ebenso durch einen Pfosten, einen Baum oder durch
einen Stein (Menhir, Markierstein) gekennzeichnet sein. 
Die
Anlage ähnelt den Goloringstandorten. An Stelle der
Dreitonnenkuppe liegt der Pohlenberg, an Stelle des Goloring liegt
der Ringwall. Direkt neben dem Pohlenberg liegt der Wachendorfer
Münsterberg, der einen wunderbaren Einblick in das flache Tal
rund um das Kalkarer Moor bietet. Verfolgt man den Wirtschaftsweg
zurück zur Straße, so stellt man fest, dass sein Verlauf
genau in Richtung Ringwall Kreuzweingarten verweist.
Da die Konstellation zwischen Kreuzweingartener Ringwall und Münsterberg bzw. Pohlenberg Wachendorf eine Ähnlichkeit mit der Konstellation von Goloring und Dreitonnenhöhe aufweist, wurden also hier die ersten Untersuchungen gemacht. Bei erster grober Berechnung ergab sich ein Wert von etwa 59 Grad Richtung Norden. An diesem Wert, steht die Sonne etwa kurz nach Eisheiligen über dem Ringwall, vorausgesetzt, man begibt sich frühmorgens zum ehemaligen Standort Pohlenberg / Münsterberg.
Mit dem Nachweis der Kalendertauglichkeit dieser zwei Standorte konnten also weitere Berechnungen und Standortsuchen begonnen werden.
Anfangs wurden noch einige Wirtschaftswege und Grundstücksverläufe entlang der Höhenlinien 270 bis 315 Meter bei Wachendorf daraufhin geprüft, ob sie auf den Ringwall ausgerichtet sind. Diese Methode führte zwar zu interessanten Ergebnissen, die jedoch verworfen werden mussten, weil es im untersuchten Raume Landzusammenlegungen bzw. mindestens eine Flurreform gegeben hat, die die historischen Ausrichtungen von Feldern und Wirtschaftswegen wahrscheinlich verfälschten.

Ein
Sonnenaufgangsfoto vom Hundeplatz am Lichtenberg bei Billig vom 21.
November 2004. Rechts neben dem grellen Licht erkennt man das
Kreuzweingartener Hochkreuz. Das Zentrum des Lichts liegt etwa über
dem topografisch höchsten Punkt am Ringwall. Die Sonne steht
voll über dem Horizont.
Kleine Kalenderkunde Teil A
Zur Weitererforschung müssen zunächst jedoch einige Grundbegriffe in einfacher Form erklärt werden: Um einen einfachen Bauernkalender anzulegen, der sagt, ab welchem Tage die Einsaat beginnen kann, also ab welchem Tage es voraussichtlich keinen Frost mehr gibt, braucht man zwei Kalenderstandorte auf zwei gegenüberliegenden Hügeln. In unserem Namenskalender sind die 3 Eisheiligen Pankratius 12. Mai, Servatius 13. Mai und Bonifatius 14. Mai verzeichnet. Ihnen folgt der Sophientag am 15. Mai. Nach uralten Bauernregeln soll ab diesen Tagen kein Frost mehr kommen.
Wer also sich am 15., 16. oder 17. Mai auf den Münsterberg begibt, der kann nach obigen Angaben die Sonne über dem Ringwallmittelpunkt um etwa 5.45 Uhr stehen sehen und wie sie von Tag zu Tag weiter nach links aufgeht. Solch eine Beobachtung nennt man Azimutwertbetrachtung. Eine astronomische Tabelle oder ein erworbenes Computerprogramm zur Berechnung des Azimutwertes ergibt folgende Werte: 16.05.2006, 05:45, 58° 13' 54"; d.h. am 16. Mai 2006 bei etwas mehr als 58 Grad findet ein Sonnenaufgang um 5.45 Uhr statt.
Um die Lage der beiden benachbarten Höhen zu kennzeichnen, kann man sich einer topografischen Karte bedienen und mittels Hilfe eines Winkelmessers die etwa 58 Grad eintragen. Zieht man zwischen 0 = Münsterberg und 58 Grad = Ringwall eine Linie, so hat man ein Kalenderlinie, in diesem Falle hier die Münsterberglinie bzw. Pohlenberglinie oder auch Sophien(tag)linie genannt, gefunden.
Zahlreiche Entdeckungen
Nachdem also einige Grundbegriffe bekannt waren, galt es neue weitere Kalenderorte und keltische markante Kalender- oder Feiertage zu finden. Anhand des Bauernkalenders ist der Martinstag ein weiterer markanter Tag, ab dem im Allgemeinen die Feldarbeit früher ruhte. Sollte sich womöglich ein Kalenderort finden lassen, an dem man den Sonnenaufgang am 11. November über dem Ringwall beobachten kann? Er fand sich. Vom Lichtenberg bei Billig wurden bereits im November 2004 die ersten Fotos gemacht. Als nächstes fand sich ebenfalls am Lichtenberg ein möglicher Standort für die Wintersonnenwende, die zu Weihnachten stattfindet.
Auf der gegenüberliegenden Seite vom Ringwall, nämlich bei Kirchheim fanden sich Engelberg, Watzenberg und Zwergberg, die ebenso für Martinstag- und Weihnachtsbetrachtungen in Frage kamen. Mit der Entdeckung dieser Kalenderorte lässt sich ein kurzer Auszug in die keltisch/germanische Namensgebung machen.
In dem Wort Pohlenberg (Wachendorf), findet sich ein Hinweis auf das Wort Pohl=Pfahl, als eine Namensgebung für einen Kalenderpfosten. In den Worten Engelberg (Kirchheim) und Lichtenberg (Billig) finden sich Hinweise auf den keltischen Lichtgott oder Lichtengel. Es braucht keiner besonderen Phantasie, die drei markanten Kalenderorte am Vorzeitkalender um den Ringwall Kreuzweingarten mit den uralten Begriffen aus der alten Sprache zu verbinden. Somit konnten diese wichtigen Merkmale dem vorzeitlichen Kalender zugeordnet werden. Es gibt so gut wie keine weiteren Flurnamen mit solchen Kalenderhinweisen bzw. Bezeichnungen zur keltisch-germanischen Mythologie im näheren Umkreis.
Kleine Kalenderkunde Teil B
Nachdem die Sophienlinie für den Tag nach Eisheiligen entdeckt war und der Pohlenberg am Münsterberg bei Wachendorf sich als wichtiger Kalenderstandort zeigte, kam also die Martinstaglinie am Billiger Lichtenberg hinzu und es trat die Frage nach weiteren markanten Kalenderdaten auf. Eine erste Analyse ergab, dass damals der 1. Tag des Monats (1. Mai = Beltaine), 1. August, 1. November und 1. Februar insbesondere) als besonderer Tag galten. Ebenso waren die 22. Tage im Monat, also 22. Dezember (Wintersonnenwende) und 22. Juni (Sommersonnenwende) für den Kalendermacher interessant.
Daneben spielten auch die Mondwenden zum Mondaufgang und zum Monduntergang hin eine besondere Rolle. Bei Billig fand sich die Katzenhecke und bei Kalkar /Wachendorf das Katzenkneppchen, von wo sich die Mondbeobachtungen über dem Ringwall beobachten lassen. Einerseits konnte man sie als aktiven Beobachtungsstandort nutzen, andererseits ließ sich vom Kreuzweingartener Ringwall aus auch über Katzenheck und Katzenkneppchen der Mond beobachten, wenn man etwa 40 bis 100 Meter neben diese Stelle hin schaute; sie konnten also passiver Beobachtungsstandort sein. Auf komplizierte Erörterungen und fachliche Begriffe soll an dieser Stelle verzichtet werden. Diese Standorte sollen ebenfalls einfach Kalenderstandort zur Mondwendenbetrachtung genannt werden.

Foto: 3.
April 2004 15.45 Uhr Katzenkneppchen bei Kalkar
Im
Bereich dieser kleinen Schutzwäldchen und an der Abfärbung
im Feld befinden sich weitere Kalenderstandorte. Diese Stelle liegt
etwa vom Ringwall aus gesehen bei 220 Grad in der
Monduntergangsbetrachtung und 41 Grad vom Katzenkneppchen aus gesehen
in der Mondaufgangsbetrachtung.
Die beiden Kalenderlinien begegnen sich hier am Katzenkneppchen also an den Tangenten 41/40 Grad auf 220/221 Grad. Der Abstand der beiden Linien beträgt etwa 20 30 Meter.

Am Katzenkneppchen liegen die beiden vermuteten Kalenderstandorte für die Beobachtung der Mondwende. Sie liegen an den Höhen: A = 274 m, B = 272 m, C = 262 m und D 262,4 m.
Praktisch wird nur die rot eingezeichnete Linie mit Kalenderstandort B am länglichen Wäldchen; eventuell Standort C in Frage kommen (siehe Scharrung im Foto). Diese liegen beide etwa auf gleicher Höhe wie der Ringwallmittelpunkt bei Kreuzweingarten mit 270,7 müNN. Eine Betrachtung vom Ringwall aus Richtung Katzenkneppchen scheidet wegen der dahinter liegenden höheren Erhebungen eigentlich aus; beispielsweise weist der bei Eschweiler gelegene Schlangenberg eine Höhe von 340 m aus.
Teil 2 - Der Wingardener Vorzeitkalender
Wie im ersten Teil angeführt, wurden die ersten Entdeckungen des bäuerlichen Vorzeitkalenders rund um den Ringwall von Kreuzweingarten gemacht und es wurde ihm der Namen Wingardener Vorzeitkalender gegeben. Nachdem die ersten Untersuchungen zu seiner Entdeckung geführt hatten, und weitere Erkenntnisse und weiter gelegene Kalenderorte hinzukamen, konnte man nicht mehr von einem Kreuzweingartener bzw. Wingardener Vorzeitkalender sprechen.
Die umfassende Fläche hatte sich nach der Entdeckung der letzten Kalenderstandorte bei Lessenich schließlich auf das Gebiet zwischen Kirchheim, Iversheim, Kreuzweingarten und Wachendorf jetzt bis nach Lessenich und Rißdorf hin ausgedehnt und geht von dort noch in Richtung Billiger Wald. Die teilweise umfangreichen Kalendersysteme bei Wachendorf, Lessenich, Iversheim und Kirchheim sind in eigenen Darstellungen dokumentiert worden und befinden sich in den weiteren Kapiteln dieser Veröffentlichung in verkürzter Form. Es kann aber jetzt schon gesagt werden, dass im Grunde genommen die Wachendorfer Kalendermacher scheinbar die Anleger des Kalenders waren und dass sich in Wachendorf / Antweiler das Zentrum unserer Vorzeit befand.
Auch Rheder scheint zusammen mit dem Kaiserstein bei Billig eine eigene Sommersonnenwendlinie mit Standortbenennung und es war erfreulich anhand einer topografischen Auswertung lässt sich ein vermuteter Standort des ehemaligen berühmten Kaisersteins bei Billig ermitteln, der auch später als eine Verscharrung im Feld mittels Luftaufnahme erkannt wurde. Wie bereits angedeutet, musste also der Kalender mehrmals erweitert und umgedacht werden. Und Irrtümer gab es auch einige.
Mit Sicherheit kann aber davon ausgegangen werden, dass anhand eines Azimutwert-Berechnungsprogrammes und umfangreichen topografischen Kartenmaterials per Computer die Kalenderstandorte bis auf wenige Meter genau festgelegt werden können.
Schwierigkeiten bereiten die Vergangenheitsbetrachtungen, wo infolge der Erdachsenverschiebungen und der Ungenauigkeiten des julianischen Kalenders Abweichungen von 2, 3, 4 oder 5 Grad möglich sind. Infolge dieser Differenzen lassen sich auch keine Aussagen zur Datierung des Vorzeitkalenders machen.
Grundzüge des Wingardener Vorzeitkalenders
Da sich also die Entdeckungen des Vorzeitkalenders um Wingarden ansiedelten, wurde er zuerst als gesamtes Wingardener Vorzeitwerk angesehen. Später war der Wingardener Vorzeitkalender nur Teil eines komplexen Kalenderwerkes mit untereinander verbundenen Standorten. So umfasst der Wingardener Vorzeitkalender mit dem Ringwall als Mittelpunkt im Nordwesten den Standort Lichtenberg bei Billig, im Nordosten den Standort Engelberg bei Kirchheim und im Südwesten den Pohlenberg bei Wachendorf.
Da die Hauptmerkmale eines Bauernkalenders mit den Eckdaten 15. Mai = Sophientag und 11. November = Martinstag vorhanden sind und weiterhin ein Standort für den 1. Mai als wichtigem Keltenfeiertag gefunden wurde, soll im weiteren Verlauf vom Vorzeitlichen Bauernkalender am Eifelrande gesprochen werden. Dieser unterteilt sich also in:
- den Wingardener Vorzeitkalender
- den Wachendorfer Kalender
- den Lessenich-
/Rißdorfer Kalender
- den Iversheimer Kalenderzweig
-
den Billiger Lichtenbergkalender
- den Kirchheimer
Engelbergkalender
- die Rhederer Kalenderlinie mit Kaiserstein
Daneben gibt es noch eine größere Erweiterung, die weiter südlicher gelegene Eifelhöhen in die Azimutwertbetrachtungen einbezieht. Eine solche Untesuchung soll jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Zusammen mit den theoretischen Grundlagen wurde also eine Karte erarbeitet, die die Grundzüge des Wingardener Vorzeitkalenders zeigen, der zu Darstellungszwecken stark vereinfacht wurde.

Der Wingardener Vorzeitkalender mit Hauptstandorten. (Unmaßstäblich)
Die 4 Wachendorfer Kalenderlinien kennzeichnen Sonnenaufgänge am 1. Mai, 15. Mai und 22. Juni, sowie die Mondwende. Der Iversheimer Seitenzweig steht für die Sonnenaufgangsbetrachtung am 15. Mai Richtung Engelberg Kirchheim (rechts) . Vom Zwergberg (unten), Engelberg (Mitte) und Watzenberg (oben) aus verlaufen Mondwendeline, Weihnachtslinie und Martinstaglinie über den Ringwall zum gegenüberliegenden Lichtenberg bei Billig, wo sich vom Kaiserstein aus eine Sonnenwendlinie (Untergang) nach einem Standort bei Rheder erstreckt.
Kleine Kalenderkunde Teil C
Wie beim Goloring, so finden sich auch die Kalenderstandorte des Vorzeitlichen Bauernkalenders am Eifelrande etwa in Höhen um 300 Metern. Dieses Merkmal bezieht sich auf alle Standorte Lessenich, Rißdorf, Wachendorf, Iversheim, Kirchheim für die meisten Höhen. Daneben gibt es weitere festgestellte Kalenderstandorte, die sich bei 270 Metern oder etwa 315 müNN ansiedeln.
Es liegt die Vermutung nahe, dass sich infolge der relativ häufigen Erdbebentätigkeit rund um das Zentrum Billiger Wald und direkt um das am Rursprung gelegene Gebiet einige Teile des Kalenders um ein paar Meter absenkten. Dieser Verwerfungssprung zwischen 2 Schollen liegt etwa auf der Tangente südlicher Hardtwaldrand, Maria Rast und Burg Zievel. Der Ringwall selbst ist bei 270 müNN angesiedelt.
Da angenommen wird, dass der Vorzeitkalender etwa zwischen 500 n. Chr. und 1300 n. Chr. aktiv genutzt wurde, ist auch möglich dass es früher gelegene Kalenderorte gegeben hat, die infolge der Erdachsverschiebung und Klimaverbesserung bzw. Klimaverschechterung um 10, 20 oder 50 Meter nach einer Seite hin auf einen besseren Hügel verlegt wurden und dass es womöglich einen Ursprungskalender etwa an Standorten um 320 bis 300 Metern üNN gegeben hat, während die nachfolgenden Kalender mitunter höher oder niedriger angesiedelt waren.
Um also eine Datierung des Kalenders vorzunehmen, müssten berücksichtigt werden:
- Klimaverschlechterungen
- Julianische Kalenderabweichungen
- Veränderung der Erdachsenneigung
Erst dann wäre man in der Lage, einzelne Kalendervarianten zu rekonstruieren, die sich auch auf frühere oder spätere Zeiten beziehen und eine Erklärung für nebeneinander liegende Standorte bieten könnte. Eine Aufgabe für Rechenkünstler und zukünftige Kalenderexperten.
In der nachstehenden Zeichung wird die Lage des Wingardener Vorzeitkalenders in der Nähe des Erdbebengebietes bei Billig und am Rur-Sprung skizziert.

Der Keltenring
Unbestritten galt der Keltenring noch bis in die 60er Jahre als ältestes Bauwerk des Kreises Euskirchen, bis aufgrund von Luftaufnahmen einige Erdwerke aus der Vorkeltenzeit entdeckt wurden, wovon sich ebenfalle eines in der Nähe von Kreuzweingarten befindet. Für Kalenderzwecke musste der Keltenring allerdings erst einmal genau betrachtet werden. Allerdings ergaben sich hier zunächst mehr Fragen als Antworten. Der Keltenring ist als ovale Wall-Fortifikation bekannt, die als Doppel-Wallgraben mit im Osten, einfacher Wall am Bergabhang im Westen, Norden und Süden und als Wallgraben im östlichen Norden und Süden sich zeigt. Dabei bestand der Wall größtenteils als so genannte Gallische Mauer aus Längs- und Querbalken, die im Innern des Walles mit Steinen und Erdreich verfüllt waren.

Innerhalb
des Ringwalles zeichnet sich ein Kreis ab.
Erklärung zum Foto der Vorseite: Das Foto vom Ringwall entstand zur richtigen Jahreszeit, als sich noch keine Blätter an den Bäumen befand. Dadurch wurde in etwa anhand von Böschungsmerkmalen und Baumgrenzen ein Kreis innerhalb des ovalen Keltenringes sichtbar.
Bei den Ausgrabungen des Ringwalles wurde ein Längsgraben zum Mittelpunkt gezogen, der allerdings keinen vermuteten Standort eines Mittelpfostens finden ließ. Die Nachfolgende Skizze beweise, dass es noch mindestens 2 mögliche Standorte eines Mittelpfostens gibt, die nicht ergraben wurden.

Skizze
mit möglichen 3 oder 4 Mittelpunkten die vor oder nach der
Erbauung des Ringwalles als ehemaliger Kalenderort in Frage
kommen. Der gelbe äußere Kreis zeigt den äußeren
Ringwall, der im Osten zum flach verlaufenden Gelände hin den
inneren Ringwall verstärkt. Der blaue Kreis zeigt den
extrapolierten Verlauf des inneren Ringwalls, der einen anderen
Mittelpunkt (blau) hat. Hier wurde nicht gegraben. Der rote Kreis
zeigt eine weitere Möglichkeit eines weiteren dritten
Wallgrabens, der sich an Böschungsverläufen, Grundstücks-
und Baumgrenzen abzeichnet. Auch hier könnte sich ein weiterer
Mittelpunkt befinden.
Anhand dieser kurzen Ringwallanalyse lassen sich die aufgeworfenen Fragen nicht klären. Die gezeigten Möglichkeiten sind vielfältig und letztlich bleibt die Frage offen, ob es sich beim Mittelpunkt am Kalenderstandort Ringwall um einen freistehenden Baum, einen Menhir oder um einen Pfosten gehandelt haben kann.
Hier eine kleine Auswahl von Beobachtungen, die sich an bestimmten Tagen im Jahr vom Ringwall aus machen lassen:
Am 11. Jan. sieht man den Sonnenuntergang über dem Münsterberg Wachendorf.
Am 20. Jan. sieht man den Sonnenuntergang über dem Pohlenberg Wachendorf.
Am 1. Feb. sieht man den Sonnenuntergang etwa über dem Schloß Wachendorf.
Am 2. Feb. sieht man den Sonnenaufgang etwa über dem Watzenberg Kirchheim.
Am 22. April sieht man den Sonnenuntergang etwa über dem Parkplatz Lichtenberg.
Am 4. Mai sieht man den Sonnenaufgang etwa über dem Kesselberg Kirchheim.
Am 19. Mai sieht man Sonnenuntergang über dem Lichtenberg Billig.
Am 22. Juni sieht man den Sonnenuntergang am Standort 2 Lichtenberg
Billig.
= Sommersonnenwende (Untergang)
Am 11. Juli sieht man den Sonnenuntergang etwa an Standort 3 bei Billig.
Am 8. Aug. sieht man den Sonnenuntergang über dem Lichtenberg
bei Billig.
Am 20. Aug. sieht man den Sonnenuntergang über dem Parkplatz am
Lichtenberg.
Am 26. Okt. findet der Sonnenaufgang über dem Kesselberg bei Kirchheim statt.
Am 11. Nov. findet der Sonnenaufgang über d. Watzenberg bei Kirchheim statt.
Am 25. Nov. sieht man d. Sonnenaufgang über dem Watzenberg2 bei Kirchheim
Die oben und nachfolgend gemachten Angaben beziehen sich auf eine so benannte einfache Erstanalyse und sind in der Genauigkeit und Komplexität für die hier dargestellten Kalenderereignisse ausreichend. Irrtümer vorbehalten.
Die Bedeutung des Wingardener Kalenderstandortes Ringwall liegt jedoch darin, dass er passiver Beobachtungsstandort, also ein angepeilter Standort von 3 Hauptrichtungen aus ist. Dies sind im Einzelnen:
17. Jan. Sonnenaufgangsbetrachtung vom Lichtenberg aus
1. Feb. Sonnenaufgang vom TP 261 vom Lichtenberg aus
Von Wachendorf aus
1. Mai Sonnenaufgangsbetrachtung vom Schloß Wachendorf aus
3. Mai Sonnenaufgang von Schloßmauer Wachendorf aus
9. Mai Sonnenaufgang von Wiese Hundeplatz aus
16. Mai Sonnenaufgang vom Pohlenberg aus
22. Juni Sommersonnenwende (Aufgang) vom Standort am Kneppchen
19. Juli Sonnenaufgang vom Münsterberg aus
Von Kirchheim aus
4. Mai Sonnenuntergang vom Kesselberg aus
19. Mai Sonnenuntergang vom Watzenberg aus
22. Juni Sommersonnenwende (Untergang) von Engelberg aus
24. Juli Sonnenuntergang vom Watzenberg aus
22. Aug. Sonnenuntergang vom Kesselberg aus
Bei den Betrachtungen von/zu den Billiger Standorten und von/zu den Kirchheimer Standorten gilt, dass die Kalenderlinien über den Ringwall hinweg zu den jeweils gegenüberliegenden Standorten bei Billig bzw. Kirchheim verlaufen.
Die errechneten Angaben sind ohne Gewähr. Sie sind nicht vollständig und bedürfen noch weiterer Untersuchungen. Die Auswertungen bei Billig und Kirchheim weisen Abweichungen zum Martinstag von etwa 3 Tagen aus; ein Hinweis auf julianische Kalenderfehlerwerte in den Vergangenheitsberechnungen. Ebenso bedürfen die Linien zum Sophientag weiterer Überprüfungen, da die am Münsterberg bzw. Pohlenberg lokalisierten 3 Kalenderstandorte verschiedenen Jahrhunderten zugeordnet werden können, wobei nicht geklärt ist, wer der ältere von den dreien ist; und/oder ob es sich um einen Standort zur Wintersonnenwende nach Lessenich hin handelt.
Wie sich also ergibt, bietet der Wingardener Vorzeitkalender sehr viele offene Fragen, die in Unkenntnis der Kalenderforschung, weiterhin durch Ortsunkenntnis und Fehlerwerte in der Kalenderrechnung herrühren. Hinzu kommen die genannten Fragen am Keltenring selbst, die sich nicht befriedigend lösen lassen.
Fest steht, dass der Ringwall von Kreuzweingarten als passiver Hauptstandort im Zentrum der Kalenderbetrachung von Kirchheim, Wachendorf und Billig liegt und neben den aktiven Standorten Wachendorf, den aktiven Standorten Kirchheim und einem weiteren Standort am Rande des Billiger Waldes auch einige aktive Kalenderbeobachtungen ermöglicht. Es sei noch erwähnt, dass in den bisherigen Betrachtungen wenig Aussagen zu Mondbeobachtungen angeführt sind, die aus zeitlichen Gründen und aus Gründen des übergroßen Umfanges, nicht weiterhin berücksichtigt werden sollen.
Kleine Kalenderkunde Teil D
Wie erwähnt, ist die Wahl der Kalenderstandorte von der Höhe über dem Meeresspiegel (z.B. 300 müNN), von ihrer Lage und von ihrer Möglichkeit zur Einsichtnahme abhängig. Dies bedeutet, dass zwischen zwei Kalenderpunkten die Sicht frei sein muß. Im Falle der Bewaldung des Hardtwaldes lassen sich demzufolge keine Fotos machen. Eine freie Sicht zu den Kirchheimer Kalenderorten am Engelberg ist nicht mehr gegeben, ebenso lassen sich nicht alle Kalenderlinien zum Billiger Wald hin einsehen.
Die Überlegungen zum Wingardener Vorzeitkalender und zum gesamten vorzeitlichen Bauernkalender am Eifelrande gehen aber davon aus, dass damals zwischen zwei Kalenderstandorten die Sicht frei war. Eine Untersuchung mittels Auswertung von topografischen Karten mit Höhenlinien bewies dies, indem die Höhenlinien zwischen zwei Punkten genauer untersucht werden.

Überprüfung der Sichtlinie anhand einer topografischen Karte.
Anhand obiger Karte wurde die Sichtline zwischen Ringwall und Watzenberg geprüft. Wie sich herausstellte, verlief die Visierlinie stets oberhalb der Höhenlinie.

In
der Auswertung zeigt sich die Standorttauglichkeit von Engelberg und
Watzenberg bei Kirchheim.
Teil 3 Der Wachendorfer Vorzeitkalender
Wie in den ersten beiden Teilen erwähnt, stellten sich mehrere Kalenderstandorte bei Wachendorf als die wichtigsten im System des vorzeitlichen Bauernkalenders am Eifelrande heraus. Aus der Natur eines solchen Bauernkalenders sind die Einsaat (Eisheiligen), die Sommersonnenwende, Ostern und der 1. Mai die wichtigsten Kalenderdaten des sommerlichen Kalenders, daneben die Mondwenden, die sich am Katzenkneppchen in der Nähe von Kalkar ablesen lassen.

Solche Stellen wie dieser Wallgraben bereiten Landwirten, insbesondere in der Vergangenheit, große Sorgen. Die durch den steinigen Boden nur schwer zu bearbeitenden Felder zeigen in Luftaufnahmen oftmals markante Scharrungen, die sich nur selten wie hier als fast perfekter Kreis darstellen. Zahlreiche kleine Steinbrüche in der Umgebung sind in ihrem Ursprung auf ihre Lage direkt unter der Oberfläche zurückzuführen. Manche der Gruben wurden als Sandkaulen, Steinbrüche, Tongruben oder auch Lehmkaulen angelegt, die im Gebiet des Antweiler Grabens früher durch gefundene Feldsteine, Schutt oder Gartenabfälle verfüllt und mit einer Humusschicht versehen wurden. Manche liegen noch naturbelassen oder halbverfüllt dort und erfüllen heute eine Aufgabe im Landschafts- und Naturschutz.
Der als Münsterberg bezeichnete Hügel Richtung Iversheim weist einmal das kleine Münsterbergwäldchen als angenommenen ersten und zum anderen einen zweiten von dort aus etwa 30 m in Richtung Mechernich gelegenen Punkt als Kalenderstandort auf. (Bild) Dieser zweite Kalenderstandort zeigt sich auf dem Bild als kleiner Ringwall von etwa 30 - 40 Metern Durchmesser, der sich auf mehreren Luftaufnahmen in den Jahren 2004 und 2005 feststellen ließ.
Wahrscheinlich waren die Wachendorfer Bauern die Erbauer des Kalenders und haben womöglich auch den Ringwall mit genutzt. Allerdings kann auch eine römische oder vorkeltische Anlage am Ringwall und Pohlenberg nicht ausgeschlossen werden. Vielleicht war bei den Römern der Kalender so bekannt, dass sich zwei Bautrupps, jeweils von Nettersheim und von Köln her kommend, hier in der Nähe eines vorrömischen Kalenders, trafen.
Hierfür spricht beispielsweise die Tatsache, dass man sowohl auf dem oberen und auf dem unteren Abschnitt des Römerkanals von Kreuzweingarten aus gesehen jeden Millimeter an Gefälle sparte, jedoch dann bei Kreuzweingarten jede Menge wieder verschenkte und man sich den relativ aufwendigen Aquädukt über das Erfttal sparen konnte.

Am Eifelrande bei Wachendorf zeichnen sich mehrere markante Oberflächenabdrücke ab. Mitunter erinnern sie an Inseln in einem urzeitlichen ehemaligen Weide- und Sumpfgebiet, welches sich Richtung Kalkarer Moor erstreckte und später durch Schäfer und sich niederlassende Kelten erschlossen wurde.
Später hinterließen die Römer unzählige Siedlungsspuren, Steinbrüche oder Kalköfen, die später infolge von Zusammenlegungen, Flurbereinigungen und Rekultivierungsmaßnahmen verschwanden. Übrig blieben zahlreiche Hinweise auf ehemalige Kalenderorte, die anhand einiger Merkmale wieder entdeckt wurden.

Das Grundsystem des Wachendorfer Vorzeitkalenders Nicht maßstäbliche Skizze.
Beschreibung:
Vom zentralen historischen Standort Münster-/Pohlenberg aus ergibt sich die Azimutwertbetrachtung zum Kreuzweingartener Ringwall am Sophientag dem 15. Mai. Gleichzeitig ist der historische Pohlenberg Standort für die Betrachtung der Wintersonnenwende auf der Linie vom Standort Armenschlag bei Lessenich aus und ermöglicht ebenso Betrachtungen der Sommersonnenwende (Untergang) nach Lessenich.
Mitten durch das Wachendorfer Schloß verläuft die Linie des 1. Mai. Sie setzt sich noch bis westlich von Wachendorf fort und gelangt etwa bei 290 müNN an eine Bank etwa am TP 290,3 m. Dort befindet sich zwei Flurbezeichnungen, sie lauten Kippert und Lindweiler.
Die zweite Linie von rechts ist die Linie zur Sommersonnenwende. Sie verläuft ungefähr am Kneppchen vorbei. Der Beobachtungsstandort liegt an einem heute geheimnisvoll scheinenden noch vorhandenen Schutzwäldchen.
Die rechte Linie bedeutet die Mondwendelinie. Sie deutet auf den Standort Katzenkneppchen bei Kalkar und könnte noch in der Flur Deckerstallerberge oder am Rothenberg einen nachgelagerten Kalenderstandort aufweisen.
Standort Münsterberg
Die drei Standorte am Münsterberg bzw. Pohlenberg müssen kalendertechnisch als zusammengehörend betrachtet werden. Ihre Lage gibt dem Vorzeitkalender Standortgültigkeit für mehrere Jahrhunderte und reicht womöglich in vorzeitliche Jahrhunderte zurück. Sie sollen anhand eines topografischen Kartenausschnittes erläutert werden.
Die Karte zeigt die von der Natur gegebenen Erhöhungen, die die 3 Standorte ausweisen. Sie kennzeichnen das kleine
1. Münsterbergwäldchen (etwa Mitte des Bildes)
2. historischer Standort Pohlenberg (der Oberflächenabdruck)
3. heutiger Pohlenberg (etwas links vom Wirtschaftsweg außerhalb des Bildes)

Das heutige Münsterbergwäldchen ist auf dieser Luftaufnahme gut erkennbar und bietet eine wichtige Markierung bei Luftaufnahmen für den danebenliegenden historischen Standort Pohlenberg. In der Vergangenheit wurde der Bereich des Münsterbergwäldchens als Sandkuhle genutzt und später mit landwirtschaftlichen Abfällen, Bauschutt und Biomüll verfüllt.
Darauf bildete sich die heutige natürliche Einfriedung per Strauch- und Baumwerk, die im Naturschutz eine wichtige Aufgabe erfüllt. Von der Seite her wurden Feldlesesteine und Gartenabfälle nach und nach verfüllt, so dass sich irgendwann eine Humusschicht bildete.
Nicht auszuschließen sind in der Vergangenheit nach zahlreiche frei liegende Steine und stehende Felsen, die sich an Sonnentagen erwärmten und nachts und zur kalten Jahreszeit etwas Schutz boten.

Südlich von Wachendorf gelegene Kalenderstandorte
Der historische Standort Pohlenberg / Münsterberg
Vom historischen Standort Pohlenberg liegen mittlerweile mehrere Luftaufnahmen vor, die je nach Perspektive verschiedene Einblicke in die ehemalige Kreisanlage gewähren. Selbst nach häufigem Verscharren durch moderne Geräte blieb die Kreisstruktur erhalten und die 3D-Merkmale aufgrund natürlicher Gegebenheiten erhalten.
Durch ständigen Regen und Erosionen verläuft der feinkörnige Boden nach und nach in den Graben und füllt diesen mit feinem Lehm, während der Wall später die grobkörnigen Bodenbestandteile enthält. Bei einer Grabentiefe von vielleicht 1 2 Metern bleibt also weiterhin die Kreis- und Grabenform bestehen. Sie überstehen sogar Erdarbeiten von modernen tiefgehenden landwirtschaftlichen Geräten.

Auf einigen der Fotos lässt sich die ehemalige Position einer Mittelmarkierung, also eines Pfostens, Markiersteines oder eines Menhirs erkennen. Worum es sich tatsächlich handelte, konnte bislang noch nicht erklärt werden. In einigen Feldern der Wachendorfer Umgebung sollen größere Steine gefunden worden sein; jedoch deutet der Name Pohlenberg auf einen Kalenderpfosten.
Im Übrigen muß aber davon ausgegangen werden, dass mit der Bekämpfung des Steinkults durch die Franken viele vorzeitliche Steinzeugnisse endgültig beseitigt wurden.

Luftfoto von Süden

Luftfoto von Nordosten aus gesehen
Der Standort Pohlenberg
Auf der topografischen Karte sieht man die Lage und die Höhenlinien am bezeichneten Pohlenberg. Er lässt eine Sicht vom historischen Standort Pohlenberg/Münsterberg nach Lessenich zu, kann also neben der Funktion als historischer Standort für die Kreuzweingarten-Ringwall Betrachtung auch für die Lessenich-Armenschlag Betrachtung angesehen werden.

Auf diesem Foto sieht man noch einmal den 3D-Abdruck des historischen Kalenderstandortes Pohlenberg und links den nach Westen gelegenen Pohlenberg selbst, erkennbar am kleinen runden Wäldchen oben links im Bild.
Angesichts der vielen Kombinationen, die sich allein an den 3 Standorten am Pohlenberg/Münsterberg im Zusammenwirken mit den Kalenderorten bei Lessenich und Kreuzweingarten ergeben, lassen sich zahlreiche Kalenderanalysen anstellen, die auch Rückschlüsse auf vergangene Jahrhunderte ermöglichen.
An dieser Stelle ergeht der Dan an Ortskundige und Interessierte, die Steinfunde oder Standorthinweise meldeten, die damit eine Weiterforschung der genauen Wachendorfer Kalenderstandorte erst ermöglichten. Es ist zeitlich sehr aufwendig, interessierte Landwirt oder Heimatforscher in der Umgebung ausfindig zu machen und zu besuchen.
Die folgenden beiden Fotos zeigen den Pohlenberg und Münsterberg am 21. September 2005 um 11.39 Uhr.


Das Kneppchen Standort für die Sommersonnenwende
Etwa in der Mitte des Horizontes in der folgenden Bilderserie befindet sich der Mittelpunkt des Ringwalles. Aus zeitlichen Gründen konnte der Termin am Morgen des 22. Juni 2005 nicht wahrgenommen werden und es musste ein Ausweichtermin auf den 19. Juni gelegt werden. Die Fotos wurden dementsprechend etwa 70 Meter vom Originalkalenderstandort am Kneppchen entfernt gemacht.
Beschreibung: Man sieht auf den 4 Bildern das Aufsteigen der Sonne etwa von links am oberen vorderen Plateau des Hardtberges langsam nach rechts wandernd, bis die Sonne mitten über dem Ringwall in ihrer ganzen Größe sichtbar ist.
Das erste Foto der 4er Serie entstand etwa gegen 5.17 Uhr, das letzte gegen 5.28 Uhr. Das Azimutwertberechnungsprogramm gab als Zeitpunkt für das volle Erscheinen der Sonne für den 19. Juni als Uhrzeit 5.22 Uhr vor und errechnete den Sonnenaufgang für etwas mehr als 50 Grad (50° 19' 37").

19. Juni 2005 - 5.17 Uhr Sonnenaufgang über dem Ringwall fotografiert am Kneppchen bei Wachendorf

Um
5.20 Uhr

5.22
Uhr gab das Kalenderprogramm als Uhrzeit des Sonnenaufganges an.
Die beiden Bilder der Vorseite wurden am 19. Juni 2005 um 5.20 Uhr und um 5.22 Uhr gemacht. Das Ansteigen der Sonne bis zu ihrem vollen Erscheinen dauerte 8 Minuten. Das nächste Bild zeigt dann die Sonne in ihrer vollen Größe.

19. Juni 2005 - 5.28 Uhr Sonnenaufgang über dem Ringwall fotografiert vom Kneppchen bei Wachendorf


Standort
Sommersonnenwende am Kneppchen bei Wachendorf.
Luftaufnahme vom 10. Mai 2005 12.12 Uhr
Das kleine Schutzwäldchen am Kneppchen wird als damaliger Kalenderstandort angenommen. Der Hinweis kam von einem Lachendorfer Landwirt, der dort einen Kultort der Vergangenheit vermutet. Die Sichtline ist heute durch die davorliegende Bewaldung am vorderen Kneppchen verdeckt. Einige Fotoserien von der vorne liegenden Spitze bestätigen den Sonnenaufgang über den Ringwall.
Wie auch bei Kirchheim und näher Richtung Wachendorf liegen in den hier abgebildeten Waldstücken zahlreiche ehemalige Sandkaulen, Lehmkaulen und Steinbrüche. Auch Spuren ehemaliger Römerbesatzung sind im Bereich zwischen Kalkar und Wachendorf zu finden. Die heutige Nutzung unterliegt dem Landschafts- und Naturschutz. An einigen Stellen finden sich Steinschutt und größere Feldsteine, die während der Bodenbearbeitung an die Oberfläche drangen.
Das folgende Foto zeigt Spuren im Bereich der Linie der Sommersonnenwende zum Ringwall. Ob das heutige kleine Wäldchen oder eine der Oberflächenscharrungen letztlich einen Markierstein oder Pfosten beherbergten, konnte nicht geklärt werden.

Foto: 10. Mai 2005 12.12 Uhr
Das System der Wachendorfer Kalenderlinien beginnt von rechts:
1. Mai Linie. Sie kommt von einem Standort oberhalb Wachendorfs und durchläuft mittig das Schloß.
eine nicht erforschte 8. Mai Linie läuft vom Hundeplatz aus mitten durch die Schneise.
Die Pohlenberglinie vom 12. Mai
Die historische Pohlenberglinie, an der auch die Kalenderbetrachtung von Lessenich aus möglich ist, liegt am Standort etwa des 14. Mai. Sie steht für historische Werte zwischen dem 13. und 17. Mai irgendeines Jahrhunderts der Vergangenheit, der vom Klima und der Erdachsenverschiebung der jeweiligen Periode abhängt.
Die Sophienlinie vom 15. Mai.
Die Sommersonnenwendline vom 22. Juni
Die Mondwendelinie
Die Ausrichtung obiger Linien ist auf den heutigen Topografischen Punkt am Ringwall in Kreuzweingarten TP 270,7 m. Die hier dargestellten Kalenderorte liegen zwischen 270 und 315 müNN
Eine Excursion Das Katzenkneppchen
In der Kalenderkunde Teil B wurde bereits das Katzenkneppchen als Standort für die Mondwende erwähnt. Eine Auswertung der Kalenderlinien ergab, dass sich bei 42 Grad der Mondaufgang über dem Ringwall beobachten lässt. Die GPS-Koordinaten für den vermuteten Standort C lauten:
Noch einmal kurz zur Bedeutung des Wortes Katzenkneppchen. Das Wort Katze scheint in gewisser Weise in Standortnamen zu Mondbetrachtungen am bäuerlichen Vorzeitkalender des Eifelrandes dazuzugehören. In Iversheim gibt es den Katzenberg, der auf eine Mondwende zu einem noch nicht näher untersuchten Standort bei Wachendorf verweist. Bei Billig gibt es die Flurbezeichung Katzenheck, die ebenfalls die Mondwenden in Betrachtung zum Ringwall Kreuzweingarten hin markiert.

An
den drei inmitten des Bildes liegenden Schutzhecken oder den sich
abzeichnenden Verscharrungen in ihrem Umfeld lässt sich der
Standort Katzenkneppchen vermuten.

Oben: Die Deckerstaller Berge mit Kalkar Unten: Mit Mondwendelinie

Von allen Standorten, die an der gelb eingezeichneten Linie liegen, sind im Jahre 2006 Mondwenden an folgenden Tagen zu beobachten:
|
12. Januar - 14.29 Uhr 8. Februar - 12.24 Uhr 8. März - 11.13 Uhr 4. April - 9.03 Uhr - 41° 27' 57" 1. Mai 6.51
Uhr 25. Juni 3.23 Uhr |
23. Juli 2.12 Uhr 19. August 0.05 Uhr 15. September 21.59 Uhr 13. Oktober 20.49 Uhr 9. November 18.34 Uhr 7. Dez. 17.19 Uhr - 42° 40' 42" |
Die Werte dürften allerdings nur abweichend für den 70 Meter höher gelegenen Schlangenberg bei Eschweiler gelten, welcher ebenfalls auf dieser Linie liegt.
Der Standort zum 1. Mai die Beltainelinie

Mitten durch das Wachendorfer Schloß verläuft die Linie des 1. Mai. Sie setzt sich noch bis westlich von Wachendorf fort und gelangt weiter südwestwärts an eine Bank etwa am TP 290,3 m. Dort befindet sich die zwei Fluren Kippert und Lindweiler.
Sonstige Wachendorfer Kalenderorte
Andere vermutete Kalenderstandorte fanden sich in nicht genauerer Untersuchung und sachlicher Überprüfung. Angesichts zahlreicher verfüllter Sandkaulen, Lehmgruben, Tongruben oder kleinerer Steinbrüche, sowie abgetragener Felsen und Felsenmeere im Raume Wachendorf, Iversheim, Satzvey und auch nach Kirchheim und Billig zu kann nicht mehr festgestellt werden, ob es sich bei einigen Luftaufnahmen um Verfüllungen dieser Rohstoffgruben, Verscharrungen, römischen oder fränkischen Siedlungen oder landwirtschaftlichen normalen Einpflügungen handelt. Sie sollen hier kurz anhand der Fotos angeführt werden.
Standort 1
Standort 2
Standort 3
Evtl. noch eine topogr. Karte mit Standortmöglichkeiten und Varianten
Zusammenfassung zu den Wachendorfer Kalendermachern
Während der Wachendorfer Standortuntersuchungen kamen während der Ausarbeitungen die meisten konkreten Hinweise aus der Bevölkerung. Dies dürfte auf den relativ breiten landwirtschaftlichen Hintergrund zurückzuführen sein.
Der Stand der Kalendererforschung Ende 2005

Die ungefähr umfassende Fläche aller entdeckten Kalenderstandorte zwischen Kirchheim (rechts) und Satzvey (links) beträgt etwa 29 qkm. Die blauen Linien bedeuten die Mondwenden. Grüne Linien liegen an gegenüberliegenden Standorten zur Sommensonnenwende. Die rot eingezeichneten Punkte bedeuten Kalenderstandorte, die durchgerechnet wurden und teilweise mit Luftaufnahmen belegt sind. Blaue Punkte kennzeichnen noch nicht bewiesene Kalenderstandorte. Schwarze Linien von links nach rechts sind die Sophientagslinie und die SSW. Schwarze in senkrechte Richtung verlaufende Linien sind die Weihnachts- und Martinstaglinie. Oben rechts an der roten Linie befindet sich die Kaisersteinlinie, die etwa am Standort eines einstigen Markiersteines, der nicht mehr vorhanden ist, verläuft. Übrig blieb an dieser Stelle noch die Flurbezeichnung am Kaiserstein. Obige Karte ist nicht maßstabsgetreu und zeigt nur die ungefähre angenommene Ausdehnung zum Stand von Anfang November 2005.
Hinweis 15.10.2006 - Mittlerweile wurde das Untersuchungsgebiet ausgeweitet. Es umfaßt etwa 59 qkm.
Für jegliche Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.
Noch einmal der Hinweis, daß einige Tabellen und Zeichnungen an einigen Stellen falsch sind.
Es gelten die oben angegebenen Copyrightanmerkungen.
Zitieren Sie nicht die Inhalte dieser privaten Notiz.
Die Erforschung des Kalenders hat sehr viel Arbeit und einiges an Geld gekostet. Aus beruflichen Gründen bin ich in den nächsten Jahren nicht in der Lage, hier wesentlich weiterzuforschen. Seien Sie fair, falls es sich wirklich um einen Vorzeitkalender handelt, daß jemand kompetenter und sachverständiger als ich an die Sache herangeht. Auf Wunsch können umfangreiches Kartenmaterial und Luftaufnahmen zur Verfügung gestellt werden (ca. 50 GB). Hierfür müßte mir eine leere neue externe Festplatte zur Verfügung gestellt werden, sowie ein Unkostenbeitrag.
Bergheim, den 15.10.2006 - Heinrich Klein
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