© Copyrighthinweise
Voredition - © Copyright vorzeitkalender.de
Bis zur endgültigen Darlegung eines gesamten Überblicks über das Kalendersystem unterliegen die folgenden Ausführungen dem stark erweiterten © Copyright. Demzufolge sind die folgenden Texte und Bilder nur als Gedankenstütze zu werten. Sie stehen für Interessierte und gemeinsame Arbeitsgrundlage hiermit zur Verfügung. Für die Richtigkeit, Irrtümer aufgrund falscher Terminologie oder Daten wird hiermit jegliche Gewähr ausgeschlossen. Hiermit untersage ich während der Vorphase der Untersuchungen jegliches Zitieren oder inhaltliche Vorabveröffentlichung. Es werden laufend Korrekturen und Ergänzungen durchgeführt und während der Untersuchungen muß mit laufenden neuen Erkenntnissen gerechnet werden. Daher kann stets von Veralterung oder Unrichtigkeit der schriftlichen Niederlegungen ausgegangen werden. Wenn Sie Informationen zur Sache oder Ergänzungen haben, oder auch allgemein interessiert sind, fragen Sie bitte per eMail.
Südwestlicher Kalenderzweig Teil 2 - (Sasserath, Hilterscheid, Ohlerath)
Während die beiden östlichen Odesheimer Kalenderzweige überwiegend in nichtbesiedelten Wald- und Feldgebieten verlaufen, betrifft insbesondere der südwestliche Kalenderzweig auf besiedeltes Gebiet. Zunächst noch einmal die Übersicht über den Odesheimer Kalender.

Abb.
1 - Odesheimer Kalendermodell.

Abb.
31 - Odesheimer Kalender, südwestlicher Kalenderzweig
Betrachtung 5 - Sasserather Kalenderlinien (Begehung 24.12.2009)
Bei Sasserath verlaufen Richtung Odesheim 2 regionale Kalenderlinien. Etwa 50 m südöstlich des Anwesens Haus Regenbogen befindet sich man an einem Standort für Azimutbetrachtungen und sieht über Odesheim am 1. Mai um 06:09 Uhr bei 65° 08' 05" (Grad, Minuten, Sekunden) den Sonnenaufgang. Die Blickrichtung geht über den am Friedhof in Mutscheid verlaufenden Veilchenweg und über den Bilderstock Berresheim zur Lüfthildiskapelle in Odesheim, bzw. die vorgelagerte Steinbergsnück. Dies war sicher schon den germanischen Frühsiedlern bekannt, denn von der Bestimmung der Kalenderdatums 1. Mai bzw. 15. Mai hing der Erfolg der Ernte ab. In früheren klimatisch günstigeren Zeiten galt bei den Kelten und Germanen der 1. Mai als Stichtag für den Beginn der Feldarbeit. Später, als das Klima in der Eifel ungünstiger wurde, verlegte man diesen Tag auf den 15. Mai. Die bäuerliche Tradition schuf später die 3 Eisheiligen und die kalte Sophie. Später kam noch ein 4. Eisheiliger in süddeutschen Regionen hinzu. Unser Kalender kennt:
11. Mai - Mamertus
12. Mai - Pankratius
13.
Mai - Servatius
14. Mai - Bonifatius
15. Mai - Sophie

Abb.
52 - Sasserather Kalenderlinien.
Es bedeuten:
gelb = 1.-Mai-Linie
(fett=durchgängige)
grün = Sophien-Linie (15. Mai)
rot
= Sommersonnenwende (22. Juni)
blau = Wintersonnenwende (22.
Dezember)
orange = Allerheiligenlinie (Samhain = 1. November)
Neben der genannten überregionalen Kalenderlinie, die am Regenbogenhaus vorbeiführt, aus gibt es eine zweite parallel verlaufende Linie von der Ecke K 55 Köndgenstraße / Nußbaumstraße am dortigen Bilderstock, die über den Kultstättenbezirk (west) Mutscheid-2 zur Martinsnück bei Berresheim verläuft. Die Nußbaumstraße selbst liegt genau auf dieser Kalenderlinie bis etwa zum Abzweig der K 5 bzw. etwa bis zur Kurve an der Lenzstraße, dort wo sich der alte Ortskern von Sasserath befindet. Beide Linien 1. und 15. Mai sind in Sasserath gleichermaßen vorhanden. Beide stehen für eine bäuerliche Anlage und Ausrichtung der Wege und Flurverläufe von Sasserath und näherer Umgebung. Noch 2 vorhandene Brunnen (Heinestr. und Lenzstr.) zeugen vom alten Dorfbild, von dessen ursprünglicher Lage sich ein Teil erhalten konnte.

Abb.
56 - Bilderstock Ecke Nußbaumstraße

Abb.
57 - Brunnen (Haus Nr. 26)
2 Kultstättenbezirke Sasserath
Im Laufe der Analysen zeichneten sich 2 Zentren zur Kalenderbetrachtung. Diese sind in obiger Abbildung als Kreis gekennzeichnet. Wichtig scheint die dortige sich abzeichnende große Kreisanlage in einem Durchmesser von ca. 210 bis 250 Meter Richtung Mutscheid. Über ein Alter dieser Anlagen läßt sich keine Aussage machen. Allgemein sind die Mutscheider Kalenderlinien bis in die frühfränkische / fränkische Zeit zurückreichend. Bei Sasserath trifft man auf eine Geoglyphe in Kreisform, kurz vor der Serpentine Auf den Schülen Richtung Mutscheid.

Abb.
53 - Sasserath Ort, Ausschnittvergrößerung
Es bedeuten:
große gelbe Linie =
1.-Mai-Linie zur Martinsnück Berresheim über Veilchenweg
Mutscheid
kleine gelbe Linie = 1.-Mai-Linien regional
gelbe
Punkte = Dorfbrunnen
grüne Linie - 15.-Mai Sophienlinie
rote Linie = 22.6. Sommersonnenwende
blaue Linie = 22.12.
Wintersonnenwende
hellblaue Linien = 11.11. Martinstaglinien
violette Linien = Mondwenden
weißer Kreis = Treffen von
Sommer- und Wintersonnenwende in Verlängerung der Mailinie und
einer Martinstaglinie.
Seitensplitter Noststall

Abb.
58 - Sasserath - Notstall
Solche sogenannten Notställe wurden früher für das Beschlagen von Pferden, Kühen und Ochsen eingesetzt. Bei manchen Schmieden standen solche Holzkonstruktionen innerhalb der Werkstatt. Der Schmied säuberte die Hufe mit einem Hufmesser und bearbeitete die Hufe anschließend mit Hufraspel und Hauklinge, bis das Hufeisen saß. Schließlich wurde das Hufeisen angepaßt und erforderlichenfalls noch bearbeitet, erhitzt und mit Eisennägeln befestigt. Ein guter Schmied konnte mit entsprechender Bearbeitung des Hufeisens kleine Gehfehler eines Pferdes ausgleichen. Gar manch einem wird noch aus der Kindheit der markante Geruch in Erinnerung sein, der vom versengten Horn kam.

Abb.
54 - Kreisabdruck bei Hilterscheid, Auf dem Schülen

Abb.
55 - Kreisanlage bei Hilterscheid mit Kalenderlinien
Eine Kalenderanalyse für den als vorzeitlichen Kreis eingestuften Abdruck erbrachte die Erkenntnis, daß durch den Mittelpunkt die überregionale 1.-Mai-Linie von Marthel nach Odesheim verläuft. Eine weitere mit dem Mittelpunkt verbundene Kalenderlinie (orange), die sich als Wirtschaftsweg abzeichnet, geht vom Kalendermittelpunkt in Richtung Ost-Süd-Ost. Die Computeranalyse ergab eine Sonnenaufgangszeit für den 1.11. um 7:25 Uhr bei 112° 19' 35" (Grad, Minuten, Sekunden). Diese auch Allerheiligenlinie genannte Kalenderlinie kommt auch oberhalb und unterhalb der Anlage als anschließende Tangente vor. Die beiden 1.5. und 1.11.-Linien belegen einen bäuerlichen Charakter dieser Kalenderanlage. Der Verfasser erbittet ggf. mit einer Luftaufnahme bestätigt zu werden.
Betrachtung 7 - Weitere vorzeitliche Kreis bei Hilterscheid und Sasserath
Eine Kette von Vorzeitkreisen auf einer Martinslinie. Zwischen Hilterscheid, Sasserath, Sasserather Heide und Holzmülheim. Die Frage nach den Martinsnück bzw. Mertesnück.
Im Zusammenhang mit den Kalenderforschungen wurden mehrere Kreisabdrücke neben der Kreisanlage bei Hilterscheid entdeckt. Es sind dies
Hilterscheid 1,
Hilterscheid 2,
Hilterscheid
3,
Hilterscheid 4, (siehe oben Auf den Schülen)
Sasserath
1,
Sasserath 2,
Sasserath 3,
Sasserath 4 und
Sasserather
5, beide Sasserather Heide.
Das Phänomen der zusammenhängenden in einer Linie befindlichen kreisförmig sich andeutenden Wiesen ist ungeklärt. In diesem Zusammenhang entsteht die Frage nach den Martinsbergen. Es sind dies
Mertesnück bei Ohlerath
Martinsnück bei
Berresheim
Mertesnück bei Eichenbach (Aremberg)

Abb.
59 - Lage Kreisabdrücke zwischen Hilterscheid und Holzmülheim
an der Martinslinie. 3 Martinsberge = Martinsnück, Mertesnück
Der Name Martinsberg findet sich auch als Bezeichnung für Straßen, Hotels oder Berge im sonstigen Eifeler Raum. Zu nennen sind:
Hotel Am Martinsberg, Andernach-Nickenich
Weinkellerei Am Martinsberg, Kreuznach
Martinsberg, Bad
Kreuznach, Martinsbergsiedlung der Urnenfelder Zeit
Martinsberg,
Remagen, Kapelle in fränkischer Zeit?
Martinsberg, Kirchdaun
Martinsberg, Oberwesel
Martinsberg, Mertesberg,
Nittel-Rehlingen bei Trier
Martinsberg, Trier-Gartenfeld hieß
zur Frankenzeit Petrisberg
Martinsberg, Lahnstein (Hunsrück)
Anderweitig in Deutschland:
Martinsberg, Weingarten (Altdorf) bei Ravensburg, Benediktinerabtei St. Martin
Kreisabdrücke auf der Martinstaglinie Hilterscheid - Holzmülheim

Abb.
60 - Hilterscheider Vorzeitkreise

Abb.
61 - Durchmesser zwischen 200 - 240 m, Nr. 3 = 340 m

Abb.
62 - Sasserather Vorzeitkreise

Abb.
63 - 3 Radien um 210 m Durchmesser
Untersuchung einer Kultlinie zum 1.11. - auf der Achse Hilterscheid 1,2,3,4 - Sasserath 1,2,3,4 - Hollerberg/Holzmühlheim
Standortbetrachtungen Sasserath 3 und 4
Ergänzend zu obiger Skizzierung der Kultlinie zum 1.11. ergaben sich Ermittlungen bezüglich der Durchmesser der kreisförmig angelegten Wiesen und Wäldchen. Da die Kreise teilweise zerpflügt, begradigt oder dem Gelände angepaßt wurden, ist ihre tatsächliche Form von der Idealform abweichend. Es wurde mehrere Messungen und eine Typologisierung der Kreise in der Berechnungseinheit Fuß durchgeführt. Hierbei gilt der ägyptische Nippurfuß bzw. der von Karl dem Großen weitestverbeitste Fuß, welcher auf der Basis von 3 Fuß = 1 Meter basiert.
|
Von rechts |
Hilterscheid 1 |
Hilterscheid 2 |
Hilterscheid 3 |
Hilterscheid 4 |
Sasserath 1 |
Sasserath 2 |
Sasserath 3 |
Sasserath 4 |
Sasserath 5 |
Hollerberg |
|
m |
266 |
250 |
296 |
227 |
295 |
200 |
266 |
125 |
145 |
268 |
|
m |
297 |
275 |
300 |
242 |
358 |
220 |
286 |
166 |
152 |
276 |
|
m |
305 |
295 |
300 |
272 |
358 |
|
|
|
|
|
|
m |
|
|
|
278 |
402 |
|
|
|
|
|
|
m |
|
|
|
282 |
|
|
|
|
|
|
|
Fuss (etwa) |
800 |
800 |
900 |
800 |
1000 |
700 |
800 |
500 |
450 |
800 |
Etwa 7 der 10 untersuchten Kreise entsprechen einem Durchmesser von rund 270 m. In einer Analyse könnte man durchaus von einer Landnahme der Germanen ausgehen, die um einen Mittelpfosten eine 400 Fuß lange Schnur anlegten und somit einen Kreis von 800 Fuß (=266 m) Durchmesser erzeugten. Die Abstände zwischen den Kreisen sind von Hilterscheid 1 bis Sasserath 5 gemessen: 397, 281, 209, 409, 289, 404, -, 457 m. Dies sind etwa 350 m im Durchschnitt, entsprechend 1000 - 1033 Fuß. Als Gesamtbild ergibt sich somit eine Landzuordnung für einen Bezirk von 350 x 350 m = 122500 qm (1225 ar = 12.25 ha = etwa 50 Morgen) für 7 nebeneinanderliegende Grundstücke an der Martinstaglinie nördlich von Hilterscheid und Sasserath. Zwischen den etwa 50 Morgen großen Zuordnungen kann man beidseitig für Böschungen, Einschnitten, Begradigungen, Durchgangsstraßen und Zugangswege (350-266,67m=83,33m) abziehen, sodaß eine Nettofläche von mehr als 71109,15 bis 10000 qm = 40 Morgen = 10 ha übrig bleibt.

Abb.
771 - Hilterscheider Kalenderlinien. An den kreisförmigen
bäuderlichen Standorten entlang der Martinstaglinie nördlich
von Hilterscheid verlaufen die auf den Odesheimer Kalendermittelpunkt
verlaufenden Linien (v.l.) 1.Mai Beltaine, 15.Mai
(Sophien/Eisheiligen) und 22.6. SSW. Die Entstehung des germanischen
bäuerlichen Kalenders dürfte mit der Besiedelung Odesheims
und Hilterscheids verbunden sein. Die Landzuteilungen von etwa 40
Morgen Weideland bringen Aufschluß auf die Besiedelungspolitik
der Germanen.
Weiter bei Sasserath 4 und Sasserath 5 finden sich 2 kleine Wäldchen auf Hügelkuppen etwas abweichend von der Martinstaglinie, die sich ebenfalls kalendarisch interpretieren lassen und ggf. in noch früheres Kalendersystem der Vorzeit gehören.

Abb.
770 - Ausrichtung von Sasserath 5 auf Aremberg (Nord-Süd) und
die Hohe Acht (WSW)
In der Fernhorizontbetrachtung erfährt man vom Standort Sasserath 5 aus einen Blick genau nach Süden auf 180 Grad entlang der weiß eingezeichneten Linie auf den Aremberg (8 km), der oberhalb der Ahr gelegen, einst einem der bedeutendsten Geschlechter der Eifel seinen Namen gab.
(Foto)
Ebenfalls von Sasserath 5 aus schaut man bei 127 Grad nach Südost und erblickt entlang der Wintersonnenwendlinie bei 127 Grad die Hohe Acht (18 km), den höchsten Berg der Eifel. Sasserath 5 erfährt weiterhin zum Michelsberg hin eine weitere kalendarische Bedeutung. Hierzu an anderer Stelle mehr. In Verbundenheit mit der Martinstaglinie zwischen dem Standort bei Hilterscheid und dem Standort Hollerberg bei Holzmühlheim kommt somit Sasserath 5 eine besondere Bedeutung zu.
Vorbetrachtung - Der Name Hilterscheid
Hiltja bedeutet im althochdeutschen = Kampf. Hildegard, Hiltrud, aber auch Brunhild, Krimhild und Gerhild sind abgeleitete Namen. Vom Namen Hildegard (Gard=Zaun) läßt sich auf den Begriff Kampf/Zaun ableiten. Der Name Hilde ist im weitesten Sinne als Beschützerin oder Kämpferin an der Grenze zu deuten. Anzunehmen ist der Name Hilde somit als Steinsetzerin und Grenzwächterin bei der Besiedlung der Mutscheid. Hilda, andernorts auch Hulda genannt, war eine Göttin des Krieges, die zu den Asen gehörte. Hulda bedeutet soviel wie guter weiblicher Geist. Hulda, Holda gilt als Frau Holle, ihr ist der Holunder heilig. Allerdings wird ihr Name anrüchig, wenn sie Wotan auf wilder Jagd mit dem Wagen begleitet. Hexenimage und Aberglauben begleiten ihren Ruf der fruchtbringenden Göttin die der Erd- und Muttergottheit nahesteht.
Hilde kommt auch im Namen Lüfthildis vor, die in Odesheim und an der Ahr verehrt wird. (Germ. Luithilde = Kämpferin für das Volk) Ihr Zeichen war die Spindel, mit der die Heilige einst einen Streit bei Rheinbach-Lüftelberg schlichtete, indem sie mit der Spindel eine Grenze zog.
Hildegard von Bingen war eine große deutsche Mystikerin. Ihr Name wird auch mit der Rolle der Frau erwähnt. Sie war Künstlerin, Wissenschaftlerin, Dichterin und Ärztin. Ihr letztes großes Werk war des "Buch der göttlichen Werke", ein den ganzen Kosmos betrachtendes Werk. Hildegard schrieb Bücher über Heilpflanzen und Bäume und ihr Kloster Rupertsberg bei Bingen galt als Ort für Genesung suchende.
Erwähnt sei an dieser Stelle der Name Hollerberg, eine Erhöhung bei Holzmülheim, der Ortsname Hollerath in der Schneeeifel und die Namen Wacholder und Holunder. Quellen: Ökunomisches Heiligenlexikon, Das schwarze Netz, Germanische Mythologie.
Betrachtung 8 - Hilterscheider Kalenderuntersuchungen

Abb.
64 - Kalenderlinien bei Hilterscheid mit durchgängiger
Sophienlinie (15.5.), Standorte Wegekreuze (gelb), Brunen und
Marienaltar (rot)
Neben den weiter ober angeführten Kalenderlinien, die den Martinstag kennzeichnen, weist Hilterscheid folgende Kalenderlinien auf:
Hellblau = Martinstaglinie 11.11.
Dunkelblau =
Wintersonnenwende 22.12.
Rot = Sommersonnenwende 22.6.
Gelb =
Mai-Linie 1.5.
Hellgrün = Sophienline 15.5.
Der weiß eingezeichnete kleine Kreis deutet auf einen möglichen ehemaligen Kultstätten- oder ersten Siedlungsbezirk an dieser Stelle hin. Hier befindet sich der höchste Punkt Hilterscheids. Die anderen Kalenderlinien verlaufen entlang von Flurausrichtungen oder Wirtschaftswegen. Von den 2 Wegekreuzen steht eines auf privatem Grund. Der Dorfbrunnen befindet sich unweit eines Marienaltars in zentraler Mitte an einer Haltestelle für den Öffentichen Nahverkehr.

Abb.
87 - Wegekreuz Selbachstraße / Im Bendgesgarten

Abb.
88 - Inschrift: Herr Deine Segenshand - Halte über dieses Dorf
und Land

Abb.
89 - Wegekreuz

Abb.
90 - Bilderstock mit Maria

Abb.
91 - Hilterscheid Dorfbrunnen Bushalte

Abb.
92 - Blick von der Selbachstraße Richtung Mutscheid (Kirche),
Berresheim (Bildmitte) und Odesheim
So ungefähr müßte sich der Sonnenaufgang von Hilterscheid aus am 15.5. um 05:46 Uhr über Odesheim beobachten lassen. Die Ausrichtung liegt auf 58° 38' 29" (Grad, Minuten, Sekunden)
Betrachtung 9 - Ohlerather Seitenzweig
Die Herkunft des Namens Ohlerath war im Zuge der Recherchen schwierig zu erforschen. 1664 schreibt Dechant Isenburg vom Dorfe Alerdt (Ohlerath, Aldenrode, alte Rodung); Quelle: Hans Peter Schiffer in Kirchen und Kapelle im Stadtgebiet Bad Münstereifel. Dieser Ansicht ist wohl die richtige. Ein weiterer Ansatz aufgrund von Internetrecherchen ergab: Wörter, wie Altenberg, Altenrath sollen nichts mit dem Alter zu tun haben, sondern bedeuten althochdeutsch und gotisch alah, ale und als, welches soviel wie Opferstätte heißt. Von einem Ahlert oder Ohlert, Aldenroth, Ohlenrodt oder Oldenroth ist der Schritt nicht weit zu einem Odenrodt, Odenrath, Odenroth, Odinrode, Odinheim, Odesheim. Plausibler wäre also die Rodung eines Germanen namens Ahle, Alerd, Ohle oder Ohlert; ggf. eines Ole; ggf. ein Römer namens Olertus, Olenius, Alenus usw.

Abb.
94 - Ohlerather Kalenderlinien - abseits vom Odesheimer
Kalendersystem
Es bedeuten:
rote durchgängige Linie =
Sommersonnenwende von Pitscheid nach Odesheim
rot =
Sommersonnenwenden (22.6.)
grün = Mai-Linie (1.5.)
gelb =
Sophienlinie (15.5.)
blau = Wintersonnenwende 12.12. (evtl. nach
Hilterscheid)
orange = Martinstaglinie (11.11.)
violett =
Mondwenden
weiß = Nordtangente 0/360 Grad
Markierungen
gelb/M = Wiese
(Maikultstätte?)
gelb/1 = Bilderstock 1
gelb/2 =
Bilderstock 2
rot = Schnittpunkte/Beobachtungsstandorte

Abb.
95 - Obstwiese an Markierung gelb/M

Abb.
96 - Bilderstock an Markierung 1 (2 Mondwenden)

Abb.
97 - Detailansicht
Ohlerath stellt sich aufgrund der Analyse als von Kalenderkundigen Machern angelegter Ort heraus. Darauf deuten mehrere Flur- und Straßenverläufe, deren Schnittpunkte und Lage hin. Ohlerath ist offenbar nicht am großen Mutscheider Kalendersystem angebunden, sondern verfügt über eigene Kalenderlinien und liegt neben der Hilterscheid-Sasserather Martinstaglinie. Gegebenenfalls gibt es eine Ausrichtung auf der Wintersonnenwende in Richtung Hilterscheid. Einige Schnittpunkte der Ohlerather Kalenderlinien liegen an Schnittpunkten von Sonnen-Kalenderlinien und Mondwendelinien. Als möglicher Standort für ein kleines Kalenderzentrum kommt die Wiese hinter der Ohlerather Kapelle in Frage. Als Mai-Kultstätte konnte eine Wiese am nordöstlichen Ortsausgang lokalisiert werden.
Im Orte verlaufen einige Straßen in Ausrichtung auf Mondwendelinien und verhalfen somit den Bewohnern bei Mondschein an den gegenwinklig angebrachten weißen Fachwerkhäusern zu relativ hellen mondbeschienenen Nächten. Mehrere Ausfallswege in die Täler ringsum liegen auf Kalenderlinien und ermöglichen Kalenderbetrachtungen in einfachster Weise. Die Nordausrichtung der Funkenstraße ermöglicht schnelles Auffinden des Polarsternes.

Abb.
98 - Betrachtungsrichtung entlang der Falkenstraße in Richtung
Ohlerath. (Kalenderlinie am 12.-15.5. Eisheiligen/Sophientag)

Abb.
99 - Betrachtungspunkt (auch Standort von Abb. 98) zum Martinstag
(11.11.)

Abb.
100 - Brunnen im Dorfzentrum

Abb.
101 - St. Quirinus Kapelle Ohlerath

Abb.
102 - Hoffmannstraße, Verlauf auf der Sophienlinie

Abb.
103 - Bilderstock Suhrstraße (Markierung gelb 2)

Abb.
104 - Funkenstraße, Blick Richtung Norden
© Copyright vorzeitkalender.de