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Südwestlicher Kalenderzweig
Teil 3 - (Pitscheid, Heistert)
Die Orte liegen im südwestlichen Kalenderzweig des Odesheimer Vorzeitkalenders im Kreise Ahrweiler, Rheinland-Pfalz. Da sie kalendermäßig nach Odesheim im Kreise Euskirchen, Land Nordrhein-Westfalen ausgerichtet sind, werden sie dem Odesheimer Vorzeitkalender zugerechnet.

Abb.
1 - Kalenderentwurf für Odesheim
Odesheim - Teil 3 Südwestlicher Kalenderzweig
Die nach Odesheim verlaufenden Kalenderlinien 1.Mai (gelb), 15. Mai (grün) und 22.6. (Sonnenwende=rot) berühren die Orte des nördlichen Kreises Ahrweiler. Wie bei den anderen Auswertungen ersichtlich, befinden sich an markanten Stellen in oder in der Nähe der Orte häufig Kirchen, Kapellen, Wegekreuze oder Bilderstöcke. Deren Standorte weisen häufig Vorgängerbauten auf, die einst von unseren Vorfahren errichtet wurden; z.B. Pfosten, Menhire, aber auch röm. Tempelchen oder markante Bäume.

Abb.
31 - Untersuchungen am Odesheimer Kalender, südwestlicher
Kalenderzweig

Abb.
65 - Kalenderausrichtungen in Marthel, Heistert und Pitscheid, sowie
in den außerhalb liegenden Orten Blindert und Bröhlingen
(nordwestlich von Blindert, nicht eingezeichnet).
Es bedeuten:
gelb - Beltainelinie = 1.5.
grün -
Sophienlinie = 15.5.
rot - Sommersonnenwende = 22.6.
violett
- Mondewende
orange - Allerheiligenlinie (Samhain) - 1.11.
hellblau - Maritinstaglinie - 11.11.
dunkelblau -
Wintersonnenwende = 22.12.
Die 5 Orte gehören zur Gemeinde Hümmel im oberen Ahrkreis. Marthel, Heistert und Pitscheid liegen auf regionalen Kalenderlinien nach Odesheim. Daneben weisen alle Orte kleinere regionale Kalenderlinien auf, die ggf. zu einem anderen Kalendersystem gehören. Die Orte Blindert und Bröhlingen wurden mit in die Betrachtungen aufgenommen, obwohl sie nicht mit Odesheim verbunden sind. Sie weisen jedoch Kalendermerkmale auf.
Betrachtung 10 - Kalenderlinien in Heistert
In Heistert kommt man an der Ecke Kapellenstraße / Büchelstraße an die Stelle, die auf der Sophienlinie zum 15.5. in Ausrichtung nach Odesheim liegt.

Abb.
68 - Ortseingang Heistert

Abb.
69 - Gegenüberliegende Obstwiese (gelbe Markierung in Abb. 67)

Abb.
66 - Lage von Heistert

Abb.
67 - Heistert mit Kalenderlinien und vorzeitlichen Merkmalen.
Die eingezeichnete regionale Betrachtungslinie (hellgrün) zum Sonnenaufgang über Odesheim am 15. Mai bei 58° 38' 29" (Grad, Minuten, Sekunden) stellt den theoretisch festgestellten Verlauf dar. Möglicherweise ist der ursprüngliche Standort die Kreuzung an der Obstwiese (gelber Punkt) oder am Bilderstock (roter Punkt). Die in Abb. 66 erkennbaren Grundrisse eines möglichen kreisförmigen Verlaufes mit einem Durchmesser von 370 bis 380 Meter wurden in Abb. 67 mit grün umrissen. Interessanterweise geht von der Kreuzung Kapellen- / Büchelstraße eine Nord-Tangente (weiß), erkennbar als Wirtschaftsweg ab, an die nach 80 m im 90-Grad-Winkel ein weiterer Weg Richtung Westen abzweigt. Wie andernorts erwähnt, konnten die Germanen die Nordausrichtung anhand des Sternbildes Großer Wagen bestimmen.
Als zweites kalenderisches Merkmal ist der Verlauf der Kapellenstraße auf der Martinstaglinie (hellblau) zum 11.11., die eine Azimutwertbetrachtung über Pitscheid um 07:42 Uhr bei 117° 20' 00" ermöglicht. Die dunkelblau eingezeichnete Wintersonnenwende zum 22.12. ist eher theoretischer Natur und kommt für eine genaue Markierung nicht in Frage.
Der vorzeitliche Bezug des Dorfes drückt sich durch einige Fachwerkhausanlagen aus. Ein Brunnen und ein Bilderstock erinnern an die ehemalige Siedlungsform des kalendrisch interessanten Ortes. Die Kalendermerkmale in Heistert weisen auf wie die in der Mutscheid vorkommenden Martinsberge oder Martinsnück's ebenso wie die Orte Hilterscheid und Sasserath auf einen ausgeprägten Martinstag-Kult hin; der Tag, an dem die Feldarbeit eingestellt wurde und der bäuerliche Winter begann.

Abb.
70 - Fachwerkanlage

Abb.
71 - Fachwerkhaus

Abb.
72 - Bilderstock

Abb.
73 - Madonna

Abb.
93 - Brunnen
Betrachtung 11 - Kalenderuntersuchung Pitscheid

Abb.
74 - Pitscheid

Abb.
75 - Durchgehende Kalenderlinie Pitscheid, örtliche
Kalenderlinien an Flurgrenzen, Bilderstöcke und Brunnen.
Pitscheid wird durch eine regionale Sommersonnenwendlinie gekreuzt. Von Pitscheid aus gesehen geht die Sonne um 05:22 Uhr bei 50° 17' 33" (Grad, Minuten, Sekunden) über dem 4,63 km weit entfernten Odesheim auf.

Abb.
84 - Sommersonnenwende - Kalenderlinie Pitscheid - Odesheim
Keine Sichtlinie Pitscheid - Odesheim
Wie die sonstigen Kalenderauswertungen ergaben, waren zwischen den genannten Standorten jeweilige Sichtverbindungen. Dies ist auf der Linie Pitscheid - Odesheim nicht der Fall. Zu diesen Zwecken ist eine weitere Betrachtung erforderlich, die den Verlauf der Sommersonnenwendlinie nach Odesheim untersucht. Entlang von Hilterscheid verläuft diese Linie über eine leichte Kuppe, die sich als zwischengeschobenen Kalenderort ansehen läßt.

Abb.
85 - Sommersonnnenwendlinie Pitscheid - Odesheim bei Hilterscheid
Eine andere Möglichkeit ist eine Erhebung hinter Odesheim als Vermessungspunkt am Horizont anzusehen. Hierzu geeignet scheint die Höhe 470 m, die hinter dem etwa 447 m hoch gelegenen Odesheim liegt. Die früheren Bewohner prägten sich solche markanten Orte anhand verschiedener Merkmale ein. Eine einfache Möglichkeit ist das Abbrennen eines auf dieser Höhe gelegenen Feuers und die Markierung durch einen Pfosten oder Menhir. Eine Anlage von eigens hierfür errichteten Kreisanlagen mit Mittelpfosten wird nicht ausgeschlossen, kann jedoch wegen der heutigen Bewaldung nicht anhand von Luftaufnahmen belegt werden.

Abb.
86 - Verlängerte Kalenderlinie von Pitscheid - Odesheim zur Höhe
470 m.

Abb.
76 - Barbarakapelle Pitscheid
Zunächst gelangt man zur frei zwischen Wald, Wiesen und Feldern gelegenen St. Barbara Kapelle, die aus dem 17. Jahrhundert stammt. Barbara ist die Schutzheilige der Bergleute, Steinmetze, Maurer, Zimmerleute, Dachdecker u.a.. Sie lebte in Kleinasien und wird in vielen Länder Europas verehrt. Barbara scheint eher eine mystische Heilige, als daß sie in der Realität gelebt haben soll. Sie soll sich dem Willen ihres Vaters widersetzt haben, der sie einem röm. Statthalter auslieferte und folterte. Ihren Tod erfuhr Barbara durch ihren eigenen Vater, nachdem sie der Folter widerstand.
Nach 150 m stößt man an eine Wegegabelung. Hier befindet sich einer von mehreren Bilderstöcken Pitscheids.

Abb.
77 - Ortseingang Pitscheid

Abb.
78 - Bilderstock 1

Abb.
79 - Detailfoto

Abb.
80 - Bilderstock 2

Abb.
81 - Detailfoto

Abb.
82 - Wegekreuz 3

Abb.
83 - Brunnen 4
Editionsvermerk: Zu Pitscheid gehören noch weitere Nachuntersuchungen, die wegen der Witterung im Dezember 2009 nicht durchgeführt werden konnten.
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