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Kalenderbetrachtungen Hümmel - Teil 4
(Hümmel, Marthel, Blindert, Bröhlingen, Falkenberg)
Die Orte liegen außerhalb der Mutscheid am südwestlichen Kalenderzweig des Odesheimer Vorzeitkalenders.

Abb.
1 - Kalenderentwurf für Odesheim
Odesheim - Teil 3 Südwestlicher Kalenderzweig
Die nach Odesheim verlaufenden Kalenderlinien 1. Mai (gelb), 15. Mai (grün) und 22.6. (Sonnenwende=rot) berühren die Orte des nördlichen Kreises Ahrweiler. Wie bei den anderen Auswertungen ersichtlich, befinden sich an markanten Stellen in oder in der Nähe der Orte häufig Kirchen, Kapellen, Wegekreuze oder Bilderstöcke. Deren Standorte weisen häufig Vorgängerbauten auf, die einst von unseren Vorfahren errichtet wurden; z.B. Pfosten, Menhire, aber auch röm. Tempel, Gerichtsstätten, markante Bäume usw.

Abb.
31 - Untersuchungen am Odesheimer Kalender, südwestlicher
Kalenderzweig
Weiter südlich und südwestlich des südwestlichen Odesheimer Kalenderzweigs bei Heistert und Pitscheid (Teil 4) befinden sich die Orte Hümmel, Blindert, Marthel, Bröhlingen und Falkenberg. Diese gehören zur Gemeinde Hümmel im Kreise Ahrweiler des Bundeslandes Rheinland-Pfalz und befinden sich außerhalb des Untersuchungsgebietes Mutscheid. Da sie kalendermäßig mit dem Odesheimer Kalender verbunden sind, werden sie in die Betrachtungen mit aufgenommen.

Abb.
11 - Mutscheider Kalenderorte (rot) und Kalenderorte im Bereich der
Gemeinde Hümmel (grün)

Abb.
105 - Kalenderlinien bei Hümmel - (südwestliche Fortsetzung
von Abb. 31)
Erklärung:
rote Linien = gleich 3
überregionale Sommersonnenwendlinien berühren den Bereich
der Gemeinde Hümmel.
a) rote Linie bei Falkenberg = SSW zum
Michelsberg laufend
b) rote Linie Hümmel = SSW nach
Willerscheid laufend
c) rote Linie Pitscheid = SSW nach Odesheim
laufend
grüne Linie = 2 Linien des 15. Mai (Sophientag)
a)
grüne Linie bei Bröhlingen und Falkenberg = Sophienlinie
nach Willerscheid laufend
b) grüne Linie bei Heistert =
Sophienlinie nach Odesheim laufend
gelbe Linie = 2 überregionale
1. Mai (Beltaine) Linien
b) gelbe Linie bei Bröhlingen und
Falkenberg = Beltaine-Linie nach Willerscheid laufend
c) gelbe
Linie durch Marthel laufend = Beltaine-Linie nach Odesheim laufend
violette Linien = Mondwenden

Abb.
108 - Ortsgemeinde Hümmel in 3D-Ansicht (google-earth) - gelb
markiert der Michelsberg bei Mahlberg
Abkürzungen
H = Hümmel
B =
Burscheid
F = Falkenberg
Br = Bröhlingen
Bl =
Blindert
M = Marthel
H = Heistert
P = Pitscheid
Betrachtung 12 - Kalenderort Hümmel

Abb.
107 - Hümmel
Der Ort Hümmel liegt auf einem 1 - 1,4 km großen diskusförmigen Bergrücken. In der Mitte befindet sich der Ort mit St.-Cyriakus-Kirche; unweit davon entfernt ein kleiner Hügel. Ähnlich wie am Michelsberg bei Mahlberg überragen Kirche und die Reste des halb abgetragenen Basalthügels den Ort und sind weithin sichtbar. Mächtig anzusehen aus der Ferne die Kirche als Symbol für das Christentum; imposant bis ehrfürchtig zu betrachten, wenn man sich etwa 500 m vor dem Ort befindet. Im Ort selbst der Rest des vorzeitlich anmutenden Hügels um den sich Wege und Häuser gruppieren, durch die Bebauung eingeengt und durch Neubauten gefährdet. Einst spielten sie im Rahmen der Dorfbrauchtümer und des Gemeinwesens eine besondere Rolle und waren auch für vorgermanische Bewohner der Umgebung Beobachtungsort, Treff und Kultstätte.
Der Name Hümmel ist urkundlich 1114 als Hoinbuil erwähnt. (Quelle: Aus der Pfarrchronik von Hümmel, Peter Weber) Die ursprüngliche Bedeutung für diesen Namen ist scheinbar nicht bekannt. Spekulativ wäre noch Hain-Bulle anzusetzen; eine Hindeutung auf einen mythologischen Stier oder Bullen gibt es höchstens in der Keltenwelt. Im Zusammenhang mit dem Mirthras-Kult ist von keltischen Stieropfern um den 24./25. Dezember die Rede. Eine Verehrung des Stiers als Heilbringer in der röm.-keltischen Zeit um den 1.11. ist bekannt. Wo der Stierkult herrschte, war die 3fache Gottesmutter. Die fränkische Könige verboten den Steinkult und beseitigten die Spuren der Vorzeit. Die Franken schufen eine neue Kultur. Daß die Könige selbst als Kosmokrator auftraten, interessierte sie nicht. Dafür führten sie das Christentum ein. Hümmel steht somit als Symbol einer untergegangenen Kultur und es sieht so aus, als ob die Tage der Reste des alten Basaltkegels als vorzeitliches letztes Zeugnis einer unbekannten Kultur gezählt sind. Diese dürfte der Atlantik-Kultur von Carnac/Bretagne entsprechen, die sich von der Küste her die Flußtäler bis in Eifelregionen erstreckte und bekannt durch ihre Stein- und Menhirsetzungen war (Siehe Menhir von Prüm).
Die Kirche in Hümmel ist dem Hl. Cyriakus geweiht, einem der 14 Nothelfer. Die Fesselung des Teufels durch Cyriakus ist ein beliebtes Darstellungsmotiv. Letztlich also die Ausrottung der keltisch - germanischen Kultur mit ihren Gottheiten in Mutscheid (Erdmutter?) mit Hümmel = Heim des Bullen, Odesheim = Heim von Odin und Hilterscheid = Stammsitz der Hilde, Hilda, Holda, Holle. Einsetzung des Christentums mit Einführung von St. Michael, St. Hildegardis usw.
Ein erster Blick auf die Auswertungskarte Abb. 106
ergibt, daß sich im Mittelpunkt des Ortes 5 Kalenderlinien auf
einer 6-Wege-Kreuzung treffen. Beim Verlauf der violetten Linien
handelt es sich um die Mondwenden. Bezüglich der Besiedlung
lassen sich hieraus 2 Deutungen entnehmen:
- 1. Es handelt sich
wohl um einen Ort, der sehr alt ist und der bereits entstand, bevor
man den Sonnenkalender kannte. Demzufolge könnte man von einer
Kultur aus der Jungsteinzeit sprechen; kalendermäßig von
einer Mondkultur.
- 2. Es handelt es sich mit Sicherheit um einen
spätestens von fränkischen Siedlern geschaffenem Ort, der
sich in Ausrichtung der Häuser am Einfallwinkel der Mondstrahlen
richtete und somit das Mondlicht aufgrund der hell getünchten
Fachwerkhäuser zu nächtlicher Beleuchtung ausnutzte.
Neben den Mondlinien sind alle bäuerlichen
Kalenderlinien vorhanden:
grün = Sophienlinie 15.5. (Kalte
Sophie, Eisheiligen, Einsaat)
gelb = Beltaine 1.5. (Maifeiertag,
Beginn der Feldarbeit zu früheren klimatisch günstigeren
Zeiten.
rot = Sommersonnenwende 22.6. an einigen Flurverläufen
abgezeichnet
blau = Wintersonnenwende 22.12. verläuft im
südöstlichen Ortsbereich
hellblau = Allerheiligenlinie
1.11. (Samhain, Beginn der 4. Jahreszeit)
orange =
Martinstaglinie 11.11. (Ende der Feldarbeit, Zinstag)

Abb.
106 - Kalenderliniensystem Hümmel

Abb.
109 - St. Cyriakus Hümmel

Abb.
110 - St. Cyriakus mit Kriegerdenkmal

Abb.
111 - Friedhofskreuz

Abb.
112 - Basalthügel

Abb.
113 - Brunnen

Abb.
114 - Marienaltar

Abb.
115 - Bilderstock mit Pieta

Abb.
116 - Blick vom Friedhof nach Norden mit Michelsberg im Hintergrund
Betrachtung 13 - Kalenderlinien bei Marthel

Abb.
117 - Kalenderlinien Marthel
Marthel liegt an einer Kalenderlinie in Ausrichtung auf den zentralen Kalenderort Odesheim. (gelbe Einzeichnung) Der Azimutwert für eine Sonnenbetrachtung zum 1. Mai um 06:09 Uhr beträgt 65° 08' 05" Grad. Die Bewaldung Richtung Sasserath verhindert eine Sichtauf dieser Linie. Weitere Kalendernebenlinien finden sich als Mondwenden Richtung Willerscheid. Da Marthel im Taleinschnitt bei etwa 432 ü. NN liegt, gibt es keine Sicht nach Odesheim. Hierzu müßte auf die etwa 1,5 km weit entfernte Wachtnück ausgewichen werden, deren Topografische Meßpunkte TP 460,6 m an den Mondlinien und TP 478,9 m auf der 1.Mai-Linie liegt. Eine Auffindung von geeigneten Standorten ist wegen der Bewaldung mittels einer google-earth-Auswertung nicht möglich.
Marthel kann kaum als Kalenderort angesehen werden. Wahrscheinlich machten die frühgermanischen Bewohner ihre Beobachtungen oberhalb Marthels oder holten sich ihre Informationen in Hümmel. Über die Herkunft des Namens Marthel besteht kein genauer Aufschluß. Marais (vgl. Les-Ponts-de-Martel im Schweizer Kanton Neuenburg; Quelle Wapedia) bedeutet im franz. Dialektwort Moor, welches ähnlich dem bei uns gebräuchlichen Worte Siefen soviel wie schmales feuchtes Tal mit Quellbach nahekommt und für den am Berghange gelegenen Ort zutreffen dürfte.
Eine zweite Erklärung versucht Marthalen als "Marchtella", zu verstehen als Grenze, Tal, Senke, welches der Bezeichnung feuchtes Grenztal einen Sinn verleiht. (Quelle: Internetseiten Marthalen, Schweiz). Ansonsten kommt der Name Martel häufig in der Schweiz, Frankreich und Tirol vor.
Für heimische Verhältnisse dürfte der Begriff. Feuchtes (schmales) Grenztal zutreffen.
Gibt es eine Martheller Vorzeitmythologie?
Eine weitere Interpretation wäre eine Abstammung von den Merowingern, deren letzter Hausmeier Karl Martell, der um 719 das fränkische Reich festigte. Karl Martell heißt in diesem Zusammenhang Karls Hammer, wie dies geschichtlich erwähnt ist. (Quelle Wickipedia). Martellum galt in Südtirol als das Schlagwerkzeug der Knappen. (Quelle: Didaktik der Geschichte, Univ.-Prof. Dr. Carl August Lückerath, Bozen, Das Martelltal, von Sandra Regensburger, Sommersemester 2005/2006). Ob im Falle der ersten Eifeler Martheller von im Bergbau arbeitenden Menschen, möglicherweise Tirolern oder Venetern (kleinwüchsiges Volk in Oberitalien) ausgegangen werden kann, ist allerdings fraglich. Allerdings tauchten kleinwüchsige Bergarbeiter keltischen Ursprungs immer wieder in der Zeit der Kelten, Germanen und Römer in der Eifel und im Rheinland auf. Mit ihnen sind verbunden Sagen von Zwergen, die im Berge wohnten. Im Hümmeler Gemeindeort Pitscheid zeugt die Barbarakapelle von einem einstigen Bergbau dieser Gegend, der nachweislich allerdings erst später stattgefunden hat. In diesem Zusammenhang der Hinweis auf die verschwundenen Sklaven der Kelten, Ausrottung der Pikten und der Legenden um das geheimnisvolle Aduatuca im Eburonenlande, Verdrängung der Kimbern, Teutonen und der versunkenen Städte Badua und Gression. (siehe wingarden.de).
In Süddeutschland gibt es die Bezeichnung Martel oder Marterl für ein Kreuz. Im Flurnamenlexikon wird das Wort Marter oder Martel mit Pein, Qual und im Zusammenhang mit Grenze, Umkreis und Acker gebraucht. (Quelle: flurnamenlexikon.de). Eine biblische Interpretation als Marteracker für Marthel käme jedoch kaum in Frage.

Abb.
118 - Oberhalb von Marthel gelegene Wiese am Waldrand - Blick
Richtung Hümmel

Abb.
119 - Oberhalb von Marthel gelegene Wiese - Blick Richtung Waldrand.
Dahinter befindet sich der Ort Sasserath auf der 1. Mai-Linie nach
Odesheim.

Abb.
120 - Blick vom unteren Ortsausgang auf die Terrassen oberhalb von
Marthel. Diese Südhänge bieten günstiges Klima und
liegen günstig für Gärten, Felder oder Weinberge.

Abb.
121 - Ehemaliger Brunnen

Abb.
122 - Ehemals landwirtschaftliches Nutzgebäude 1

Abb.
123 - Ehemaliges landwirtschaftsliches Nutzgebäude 2

Abb.
124 - Grundstückseinfassung mittels Naturstein. Bruchsteine aus
verschiedenen Vornutzungen.

Abb.
125 - Ehemaliger Bauernhof mit angebautem Bilderstock (siehe Abb.
126)

Abb.
126 - Marienaltar

Abb.
127 - Marienkapelle

Abb.
128 - Marienaltar

Abb.
129 - Teilansicht
Betrachtung 14 - Kalenderlinien bei Blindert, Bröhlingen und Falkenberg
a) Blindert

Abb.
130 - Lage von Blindert, Bröhlingen und Falkenberg
Es bedeuten
gelb - 1.Mai-Linie in Ausrichtung
nach Willerscheid
grün - Sophienlinie 15.5. nach
Willerscheid
rot - Sommersonnenwende 22.6. nach Willerscheid
violett links - Mondwenden in Ausrichtung zum Michelsberg
violett rechts - Mondwenden in Ausrichtung nach Willerscheid
Die im Raume Blindert-Bröhlingen-Falkenberg verlaufenden Kalenderlinien sind mit Ausnahmen der Mondwenden bei Falkenberg auf den Standort Willerscheid ausgerichtet. In wieweit es jemals Kalenderstandorte gegeben hat, ist fraglich. Interessant scheint lediglich die mittig durch Blindert verlaufende Allerheiligenlinie (1.11. = Halloween, Samhain), die die Sommersonnenwende (22.6.) in Richtung Willerscheid kreuzt.

Abb.
141 - Vor Blindert

Abb.
142 - Erhaltenes ehemaliges Friedhofskreuz (1)
Heimatfreunde haben sich die Erhaltung des Kulturgutes von Blindert zur Aufgabe gemacht und vor der Einfahrt nach Blindert ein heimatliches Zeugnis erhalten.
Wenn man aus Süden von Marthel her die K 12 kommend die leichte Serpentine nach Blindert befährt, kommt man an dieses Kreuz (1), welches etwa auf der Sommersonnenwende liegt. Von hier aus verläuft die Linie in Richtung Ortsmitte und trifft dort an der Kreuzung Kriesstraße - Waldweg am Schnittpunkt SSW-Allerheiligenlinie auf einen Bilderstock (2):

Abb.
139 - Bilderstock Ortsmitte (2)
Dieser Bilderstock steht etwa am Kalendermittelpunkt. Feldeinwärts etwa 200 m dahinter verlaufen die Ausrichtungen der Fluren noch auf Kalenderlinien, an denen sich folgende Ereignisse ablesen lassen:
blau = Wintersonnenwende 22.12.
hellblau =
Martinstaglinie 11.11.
orange = Allerheiligenlinie 1.11.
(Halloween, Samhain)
weiß = Nord- und Ost-Tangenten
gelb
= Bilderstöcke und Wegekreuze
Bezüglich des Kalenderereignisses 1. Mai und Sophientag (15.5.) mußte man aus Gründen der Fernsicht weiter aufs Feld Richtung Sasserather Heide ausweichen. Blindert selbst eignet sich nur für Betrachtungen auf den winterlichen Linien.

Abb.
143 - Kalenderliniensystem in und um Blindert
Zwei weitere Bilderstöcke (3 + 4) finden sich, wenn man den Talweg ein Stück nach Süden fährt, dort wo die alte Dorfstraße einst verlief.

Abb.
134 - Bilderstock (3)

Abb.
135 - Heiligenfigur aus Bilderstock (3)

Abb.
136 - Bilderstock (4)

Abb.
135 - Hl. Antonius von Padua (Bilderstock 4)
Der Hl. Antonius von Padua war Franziskaner, lebte und wirkte in Marokko, Sizilien und Oberitalien. Die Darstellung mit Jesuskind und Linie ist die am meisten gebräuchliche. Als Schutzpatron wird Antonius von Padua gegen Krankheiten und das für das Wiederauffinden von verlorgenen Sachen angerufen. Antonius von Padua ist nicht zu verwechseln mit Antonius von Ägypten, der zu den 14 Nothelfern gehört und mit einem Schwein dargestellt wird.
Folgt man dem östlichen Zweig des Waldweges bis zur Dorfgrenze, so stößt man auf einen uralten Bilderstock (5), wie es ihn seinesgleichen kaum anderswo noch gibt:

Abb.
137 - Uraltes Wegekreuz (5) um 1700

Abb.
138 - Detailaufnahme (5)
In der westlichen Richtung auf Bröhlingen zu stößt man nach etwa 100 m hinter dem Ortsausgang an ein weiteres Wegekreuz (6), welches ebenfalls wie Nr. (1) hier als ehemaliges Friedhofskreuz ein schönes Zeugnis Blinderter Kultur und Heimatgedenkens darstellt.

Abb.
140 - Ehemaliges erhaltenes Friedhofskreuz (6) am Ortsausgang
Wegen seiner Lage auf einem niedrigen Bergrücken zwischen Linderter Bach und Gansbach kommt Blindert eine kleine Inselfunktion zu. Etwa 200 m von obiger Kreuzung Kriesstraße - Waldweg finden sich nördlich noch einige Flurverläufe auf der Martinstaglinie. Weiter Richtung Bröhlingen gibt es Hinweise auf das Vorhandensein von Flurausrichtungen auf der Wintersonnenwenden. Der südliche Zweig des Talweges mit den zwei Bilderstöcken tangiert an einer Mondwendelinie und sorgt für günstiges Mondlicht in der Dunkelheit.
b) Bröhlingen
Auch bei Bröhlingen scheint eine Flurzusammenlegung ältere Wege- und Grundstücksverläufe verändert zu haben. Nur noch in der Bebauung finden sich Winter- (blau), Sommersonnenwenden (rot) und 2 Mondwenden, wie sie in von Franken angelegten Siedlungen häufig vorkommen. Östlich von Bröhlingen verläuft eine Sophienlinie (grün). Kalendermäßig

Abb.
131 - Kalenderlinien bei Bröhlingen
Wie die weiteren Analysen ergaben, finden sich rund um Bröhlingen auch in Richtung Falkenberg überall Fluren und Wegeverläufe, die auf verschiedenen Kalenderlinien verlaufen: Sommer- (rot) und Wintersonnenwenden (blau), Mondwenden (violett) und vereinzelt Sophienlinie (grün) und 1. Mai-Linie (gelb).

Abb.
144 - Bilderstock

Abb.
145 - Detailaufnahme

Abb.
146 - Hausaltar

Abb.
147 - Detail

Abb.
148 - Blick von Bröhlingen auf Hümmel
Wer in Bröhlingen Sonnenbeobachtungen durchführen will, wird kalendermäßig auf den ersten Blick kaum Flur- oder Wegeausrichtungen finden, an denen er sich orientieren kann. Eine Horizontbeobachtungen an wichtigen Sonnenaufgängen ist wegen der Bewaldung sehr schwierig. Dafür belohnt ein guter Ausblick auf Hümmel (siehe Kirche in Abb. 148 und den Aremberg (rechts im Bild).
c) Falkenberg

Abb.
132 - Kalenderlinien bei Falkenberg
Die Bewaldung nördlich und östlich von Falkenberg schließt für die Umgebung sinnvolle Sonnenbeobachtungen aus. Die Allerheiligen- (1.11.) und Martinstaglinie (11.11.) fehlen vollständig und 1.-Mai-Linie (1.5.) sowie Sophienlinie sind nur sporadisch vorhanden. Ihre Nutzbarkeit wurde nicht überprüft. Möglicherweise fielen mögliche einstige Kalenderzusammenhänge einer Flurbereinigung zum Opfer.

Abb.
150 - Blick von Falkenberg nach Hümmel (gelber Punkt) und
Aremberg (rechts neben der Tanne
Auch in Falkenberg begrüßt die vorzügliche Fernsicht. Wer Horizontbeobachtungen zu Sonnenaufgängen machen möchte, wird sich wegen der Bewaldung nur schwer die Bezugspunkte merken können.
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