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Bis zur endgültigen Darlegung eines gesamten Überblicks über das Kalendersystem unterliegen die folgenden Ausführungen dem stark erweiterten © Copyright. Demzufolge sind die folgenden Texte und Bilder nur als Gedankenstütze zu werten. Sie stehen für Interessierte und gemeinsame Arbeitsgrundlage hiermit zur Verfügung. Für die Richtigkeit, Irrtümer aufgrund falscher Terminologie oder Daten wird hiermit jegliche Gewähr ausgeschlossen. Hiermit untersage ich während der Vorphase der Untersuchungen jegliches Zitieren oder inhaltliche Vorabveröffentlichung. Es werden laufend Korrekturen und Ergänzungen durchgeführt und während der Untersuchungen muß mit laufenden neuen Erkenntnissen gerechnet werden. Daher kann stets von Veralterung oder Unrichtigkeit der schriftlichen Niederlegungen ausgegangen werden. Wenn Sie Informationen zur Sache oder Ergänzungen haben, oder auch allgemein interessiert sind, fragen Sie bitte per eMail.

Abb.
1 - Lage des Untersuchungsgebietes Krummhörn und Umgebung
Die Warfendörfer am Krummhörn nordwestlich von Emden in Ostfriesland
2. Über die Warfendörfer; Namen, Anlage, Zweck und Merkmale
Der Fischerort Greetsiel nennt sich in einer
Touristenbeschreibung (greetsiel.de, Stand 12.6.2011) zusammen mit 18
Warfendörfern als Gemeinde Krummhörn und verfügt in
der Umgebung der historischen Sielschleuse über eine
Aufschüttung von etwa 1-3 m Höhe und etwa 420 m
Durchmesser. Als Haupttouristenort übernimmt man sozusagen auch
eine Mitpatenschaft über die touristisch interessanten
Warfendörfer. Außer diesen 19 Orten des Krummhörn
werden zusätzlich die südwestlich gelegenen kleinen
Ansiedlungen Cirkwehrum, Groß Midlum und Kloster Sielmönken
mit aufgenommen, weil sie sich gebietsmäßig hier
anschließen.
Der Name und Zweck eines Warfendorfes
Laut wikipedia.de (12.6.2011) wird eine Warft auch Warf, Werfte, Wurt, Terpe oder Wierde genannt und diente als sturmflutschützender Siedlungshügel. Diese sind verbreitet neben Ostfriesland in Holland, der Nordsee, den Halligen und weiteren norddeutschen Gebieten wie Dithmarschen, Nordfriesland, Elbe-Weser-Raum, Wangerland und Hadeln. Die Anlagen erstrecken sich auf vom einzelnen auf Sand, Klei, Erdaushub oder Mist aufgefüllten Hügel stehenden Bauernhaus bis zum Zusammenschluß als Siedlungsgemeinschaft auf einem teller- oder diskusförmigen Wohnhügel (Dorfwurt), der in der Regel rund, manchmal oval angelegt war. Die ersten Anlagen, die über eine Regenwassersammelgrube (Sood) verfügten, setzt man auf das 2.-3. Jahrhundert n. Chr. an. Einiger der Sooden überlebten als kleiner Weiher bis in die heutige Zeit. Seinerzeit drang das Meer noch immer weit in das unbefestigte Innenland vor und überschwemmte riesige Flächen. Man besaß kaum Vieh, lebte von Fischfang und war in einem ständigen Kampf mit der Natur. Die meisten Warfen weisen heute in ihrem Zentrum eine Kirche mit nebenliegendem Friedhof auf und verfügen im Kernbereich nur über enge Zufahrtswege, manche von ihnen weisen äußere, mittlere oder innere Ringstraßen auf.
Warfendörfer am Krummhörn
|
Google-Earth-Analyse v. 12.6.11 |
Radius (mehrere Messungen) |
Kirche / Friedhof |
Ringstraßen (innere, mittlere, äußere) |
Einwohner (ca) |
Sonstiges Merkmal |
|
Krummhörn |
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|
Campen |
161, 138, 213, 234 |
ja |
- / 130 / - (teilweise) |
560 |
Ostfriesisches Landwirtschaftsmuseum
|
|
Canum |
181, 184, 205, 216 |
ja |
- |
298 |
Äußerer Kreis teilweise durch Bewuchs erkennbar |
|
Eilsum |
260, 295, 314, 333 |
ja |
- |
620 |
Äußerer Kreis durch Straße und Verlauf des alten Greetsieler Sieltief erkennbar |
|
Freepsum |
230, 268, 290, 310 |
ja |
- |
419 |
Äußerer Kreis durch Bewuchs, Straße und Grundstücksverlauf erkennbar |
|
Greetsiel |
385, 411, 510, 530 |
ja |
- |
1554 |
Neuzeitliche Anschüttungen |
|
Grimersum |
273, 330, 456, 470 |
ja |
- |
668 |
Längswarf |
|
Groothusen |
365, 599, 607, 613 |
ja |
- |
536 |
Längswarf, Äußere Umgrenzung durch Bewuchs erkennbar |
|
Hamswehrum |
248, 256, 272, 282 |
ja |
- / - / 242 |
509 |
Äußerer Kreis durch Bewuchs und Straße erkennbar |
|
Hauen (zu Greetsiel) |
201, 213, 228, 241 |
? |
- / - / 241 |
99 |
Gut erkennbarer Kreis durch Graben, Bewuchs und Straße |
|
Jennelt |
213, 227, 289, 356 |
ja |
234 / - / - (teilweise) |
355 |
Äußerer Kreis durch Bewuchs und Straßenverlauf erkennbar |
|
Loquard |
370, 394, 396 |
ja |
63 / 179 / 382 |
650 |
Sehr gut erkennbare Kreisstruktur |
|
Manslagt |
288, 344, 304, 457, 491 |
ja |
288 - 491 |
434 |
Ovalform, Umriß durch Straße und Bewuchs sehr gut erkennbar. Eindruck, daß 2 Rundwarfen aneinander gebaut wurden |
|
Hauptmessungen |
ja |
143 / 240 / 388 |
3313 |
Zentraler Kalenderort. Kreisstrukturen anhand von Straßen-, Wege- und Grundstückverläufen erkennbar. Mehrere Straßen liegen auf Kalenderlinien. |
|
|
Pilsum |
220, 250, 270, 314 |
ja |
110 / 228 (teilweise) |
657 |
Warfenform nicht geklärt, wahrscheinlich ursprünglich kreisförmig, später oval |
|
Rysum |
403, 413, 420, 423 |
ja |
- / 217 / 400 |
809 |
Sehr gut sichbare Kreisstrukturen |
|
Upleward |
337, 343, 401, 430, |
ja |
126/ 234 / 412 |
390 |
Äußerer Kreis sehr gut durch Straßen und Grundstücksverläufe erkennbar |
|
Uttum |
202, 225, 260, 397 |
ja |
- |
556 |
Ovalform (2 aneinander gesetzte Kreise?) |
|
Visquard |
305, 325, 338, 401 |
ja |
- / 194 / 348 |
765 |
Kreisstrukturen durch Straßen und Grundstücksverläufe erkennbar |
|
Woltzeten |
219, 228, 233, 237 |
ja |
- / - / 237 |
209 |
Kreisstruktur durch Straßen und Bewuchs sehr gut erkennbar |
|
Woquard |
233, 235, 251, 252 |
ja |
- |
200 |
Keine Kreisstrukturen erkennbar |
|
|
|
|
|
|
|
|
Hinte |
|
|
|
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|
Cirkwehrum |
180, 181, 210 |
ja |
- / - / 180 |
200 |
Kreisähnlich (abgerundete Quadratform) |
|
Groß Midlum |
303, 321, 324, 338 |
ja |
- / 140 / 324 |
760 |
Sehr gut erkennbare Kreisstruktur |
|
Kloster Sielmönken |
259, 268, 293, 301 |
ja |
- |
- |
Äußerer Kreis durch Bewuchs und Grundstückverlauf erkennbar |
|
|
|
|
|
|
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|
Historisch |
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Avebury |
400, 420 |
ja |
- |
- |
Keine Warfe, sondern Vorzeitanlage |
|
Salisbury |
420, 540 |
ja |
- |
- |
Keine Warfe, sondern Vorzeitanlage |
|
460 |
ja |
- |
- |
Keine Warfe, sondern historisches Gut auf vermuteter vorzeitlicher Anlage |
|
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Fette Zahlen - angesetzte Kreisgröße des
Dorfkernes |
|||||
Häufigkeiten der Durchmesser und Versuch einer Typologie
Die oben fett gezeichneten Zahlen sind nur grobe Werte, die mittels Google-Earth ermittelt wurden. Sie wurden als die typische Größe für das jeweilige Warfendorf, meistens anhand des Verlauf einer umgebenden Straße, Grundstückseinfassungen, Gräben oder Baumbewuchs angenommen.
Sortierung nach Größe
180, 216, 220, 227, 228, 228, 230, 233, 234, 248, 268, 278, 288, 295, 324, 325, 330, 365, 385, 396, 397, 401, 420, 420, 420, 460 *)
Versuch einer Typologisierung
|
Durchmesser bis 180 m |
1 |
|
|
|
|
Durchmesser 215 - 235 m |
8 |
|
Vereinfachte Tabelle |
|
|
Durchmesser 236 - 265 m |
1 |
|
|
|
|
Durchmesser 266 - 295 m |
4 |
|
215-235 m |
9 |
|
Durchmesser 324 - 330 m |
3 |
|
270-295 m |
4 |
|
Durchmesser 365 m |
1 |
|
324-330 m |
3 |
|
Durchmesser 385 m |
1 |
|
395-420 m |
6 |
|
Durchmesser 395 - 405 m |
3 |
|
Sonstige |
3 |
|
Durchmesser 420 m |
3 |
|
|
|
|
Durchmesser 460 m |
1 |
|
|
|

Abb 5. - Warfenhäufigkeit
Spezifizierung
Häufungen treten bei 230, 330 und 410 m auf.
(Toleranz +/- 5 m)
225 - 270 = 35 m
295 - 330 = 35 m
330 -
365 = 35 m
365 - 400 = 35 m
Abstände zwischen den
einzelnen Gruppen lassen sich auf etwa 35 m annehmen.
Nimmt man für die Bestimmung des Durchmessers ein Maß auf der Basis 33 1/3 m oder 3,33 m an, so ergeben sich Durchmesser von 33, 67, 100, 133, 167, 200, 233, 267, 300, 333, 367, 400, 433 oder 466 Metern. Bei einer Toleranz von 5 Metern, die durch Überflutungen im Laufe der Jahrhunderte durchaus zu Verformungen oder Wegspülungen führten, sind dies bei 26 untersuchten Objekten 16, deren Zahl sich auf 22 erhöht, wenn man die etwa 7-9 m breiten Straßen- und Grabenbereiche bei einigen Warfen berücksichtigt. Man käme zu der Feststellung, daß 61,5 bzw. 84,6 Prozent der Warfen in obigen Normgrößen angelegt worden wären.
Bei einer Berücksichtigung eines Maßes von 35 m sind die Durchmesser 35, 70, 105, 140, 175, 210, 245, 280, 315, 350, 385, 420, 455 und 480 m. *) Bei einer Betrachtung ohne Toleranzen wären 10 von 26 Warfen typisiert (= 38,4 %), mit Toleranzen käme man auf 13 von 26 (= 50 %) der Warfen. Eigenartigerweise sind die Warfen mit den Werten von 248 (Hanswehrum), 278 (Pewsum), 288 (Manslagt) und 385 m (Greetsiel) nicht beim 33 1/3 sondern bei 35 m-System anzusiedeln. Nach genauem Hinsehen handelt es sich außer bei Hanswehrum um Sonderformen der ursprünglichen Warften, die aus 2 Warften zusammengefügt, eine Ovalform haben oder nachträglich erweitert wurden.
Nimmt man als Basis ein engl. Foot = 30,48 cm, oder ein dän. Food = 31,38 cm, käme man nur auf 13 oder 8 Übereinstimmungen bei Einteilungen in obige Gruppen. Mit dem drusianischen Fuß von 33,5 cm käme man auf die häufigsten Übereinstimmungen und wäre somit dem ältesten Maß des ägyptischen Nippurfußes bzw. dem von Karl dem Großen weitestverbeiteten Fuß-Maß gerecht, welches der ersten Annahme der Warfendurchmesser auf der Basis von 33 1/3 m-Stufen entspricht.
Somit entsprechen den 3 Warfengrößen 700, 1000 und 1200 Fuß etwa (14) von (25) Objekten.
|
|
|
|
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|
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|
|
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|
|
|
|
|
|
|
|
|
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|
|
m |
180 |
216 |
220 |
227 |
228 |
230 |
233 |
234 |
248 |
268 |
288 |
295 |
324 |
325 |
330 |
365 |
385 |
396 |
397 |
401 |
420 |
420 |
420 |
460 |
533 |
|
Fuß |
540 |
648 |
660 |
681 |
684 |
690 |
699 |
702 |
744 |
804 |
864 |
885 |
972 |
975 |
990 |
1095 |
1155 |
1188 |
1191 |
1203 |
1260 |
1260 |
1260 |
1380 |
1600 |
|
Typ |
|
|
|
700 |
700 |
700 |
700 |
700 |
750 |
800 |
|
|
1000 |
1000 |
1000 |
|
|
1200 |
1200 |
1200 |
1200 |
1200 |
1200 |
|
*) |
700-Fuß-Warf = Campen, Freepsum, Jennelt,
Hauen, Wolzeten, Woquard
750-Fuß-Warf =
Hamswehrum
800-Fuß-Warf = Kloster Sielmönken
1000-Fuß-Warf=Grimersum, Groß Midlum, Visquard
1200-Fuß-Warf=Loquard, Upleward, Uttum, Rysum
1600-Fuß-Warf=Pewsum
*) Die Berechnungen sind nur als grob anzusehen. Infolge Wegschwemmungen, Absenkungen, Erweiterungen oder Umbauten an den Warfen sind im Laufe der Jahrhunderte Verformungen oder Vergrößerungen (Verkleinerungen) enstanden, die spätere genauere Untersuchungen und Berechnungen wünschenswert machen. Die hier genommenen Werte sind also nur als eine erste Festlegung anzusehen.
Hinweis
Die Untersuchungen der Warfen geschahen
aufgrund von Angaben aus den Internetseiten der Gemeinde Greetsiel,
wikipedia.de und durch umfangreiche Google-Earth-Auswertungen. Es
wurden nur einige Warfen besichtigt und es wurden keine
Aufzeichnungen gemacht über die genaue Höhe der Warften,
noch vorhandene Sooten (Regenwasserbecken), Kirchen, Friedhöfe,
Denkmäler, Versammlungsstätten, usw. Der Verfasser wurde
per Zufall auf die Warfendörfer aufmerksam, weil wegen
schlechten Wetters der geplante Urlaub abgeändert wurde.
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